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  • 27.08.2013
  • von K. Kurpjuweit (mit dpa)

Flughafen BER hat 65 000 Mängel

von K. Kurpjuweit (mit dpa)

Die Liste wird nun bis Oktober ausgewertet

Schönefeld - Fortschritt am BER-Flughafen: Am Montag hat die Flughafengesellschaft den Änderungsantrag zum Umbau des Nordpiers am Terminal per Boten zu der Genehmigungsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald geschickt. Wie lange das Bearbeiten dauert, ist offen. Mehdorn will, wie berichtet, den nur als Wartebereich für Passagiere von Billigfluglinien konzipierten Nordpier mit Schaltern und Gepäckbändern so umbauen, dass dort vorübergehend Passagiere abgefertigt werden können. So soll ein Großteil der Technik für den Gesamtkomplex getestet werden. Zu den Aussichten der Bauanträge wollte sich Dahme- Spreewald-Landrat Stephan Loge nicht äußern. „Wir werden nun erst mal prüfen, ob die Unterlagen vollständig sind.“ Loge hatte zuvor gewarnt, dass ein Teilbetrieb die Gesamteröffnung verzögern könnte. Die Berliner Grünen kritisierten am Montag, es würde weiteres Geld verbrannt.

Am BER ist inzwischen die Bestandsaufnahme der Mängel abgeschlossen. Die Flughafengesellschaft gibt 66 500 festgestellte Mängel an, Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesverkehrsministerium, der im Flughafenaufsichtsrat sitzt, spricht von 75 000, von denen etwa 10 000 inzwischen abgearbeitet seien. Auf der Liste stehen die nicht funktionierende Brandschutzanlage ebenso wie Risse in Fliesen oder zerbrochene Spiegel. Sie soll nun bis Ende September ausgewertet sein. Ob Flughafenchef Hartmut Mehdorn im Oktober dem Aufsichtsrat schon einen exakten Fahrplan bis zur BER-Eröffnung nennen kann, ist zweifelhaft.

Unabhängig davon will Mehdorn den Betrieb am alten Standort in Schönefeld leiser machen. In der Fluglärmkommission sagte er am Montag, dass er beantragt habe, die Gebühren für als laut eingestufte Flugzeuge zu erhöhen, während es für leisere Maschinen billiger werden soll. Teuer sollen vor allem Flüge in den Randzeiten sowie nachts werden.

Die Fluglärmkommission wählte am Montag einen neuen Vorsitzenden. Gerhard Steintjes wird Nachfolger von Kathrin Schneider, die Staatssekretärin im Brandenburger Infrastrukturministerium geworden ist. Sie löste dort Rainer Bretschneider ab, der als Flughafen-Berater für Ministerpräsident Matthias Platzeck vorgesehen war, nachdem dieser Anfang des Jahres den Aufsichtsratsvorsitz übernommen hatte. Platzeck, der alle Ämter niederlegt, verlässt das Gremium. Das Kabinett wird heute als Nachfolger Bretschneider in den Aufsichtsrat schicken.

Steintjes war Leiter der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung der Länder Berlin und Brandenburg und maßgeblich an der Gründung des Dialogforums für die Umfeldentwicklung der Flughafenanrainergemeinden beteiligt. Seit Juni 2009 war er in Altersteilzeit. Neues Mitglied ist seit Montag Flughafenchef Mehdorn als Nachfolger für seinen Vorgänger Rainer Schwarz. Im Gremium erklärte er am Montag, dass für den von ihm beantragten Betrieb auf der neu gebauten Südbahn neue Flugverfahren festgelegt werden müssten. Die beschlossenen Routen beruhten auf der Annahme, dass Tegel geschlossen sein wird. Nun läuft dort aber der Flugbetrieb weiter, bis der BER voll ans Netz gegangen ist. K. Kurpjuweit (mit dpa)

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