• 14.07.2013
  • von Matthias Matern

Brandenburg meldet 58 Erkrankungen: Masern: Schulverbot für Nichtgeimpfte?

von Matthias Matern

Masern: Nur mit regelmässigen Impfungen lässt sich die Krankheit ausrotten. Foto: dpa

Die Zahl der Erkrankungen ist in diesem Jahr bundesweit stark gestiegen. In Brandenburg sind es dank der guten Impfquoten, die bundesweit zu den besten gehört, bislang es bislang 58 Masern-Fälle.

Berlin/Potsdam - Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will bei einem Ausbruch von Masern in Schulen nicht geimpfte Kinder für eine begrenzte Zeit vom Unterricht ausschließen. Das zumindest berichtet das Magazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Bisher gilt diese Regel allein für bereits erkrankte Kinder. Außerdem erwäge das Ministerium, die Gesundheitsämter zu verpflichten, schon bei der Aufnahme eines Kindes in den Kindergarten den Impfstatus abzufragen.

Hintergrund der Überlegungen ist ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen bundesweit. Hatten sich 2012 in Deutschland 166 Menschen mit der hochansteckenden Krankheit infiziert, sind es in diesem Jahr bereits 905 Fälle, davon allein 400 In Berlin. In Brandenburg wurden bislang 58 Fälle gemeldet, davon die meisten in Potsdam. Hier gibt es bislang 28 Erkrankungen, in Potsdam-Mittelmark 7.

Der Hauptgrund dafür, dass die Krankheit sich wieder so stark ausbreitet, ist die geringe Impfbereitschaft der Deutschen. Dabei kann es Experten zufolge in bis zu 30 Prozent der Fälle zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungen- oder Hirnhautentzündungen kommen.

Von der Ständigen Impfkommission wird eine Impfung in zwei Durchgängen im Kleinkindalter empfohlen. Ist die Krankheit erst ausgebrochen, gibt es gegen Masern kein wirksames Medikament. Wie andere EU-Staaten hat sich Deutschland dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO verpflichtet, Masern bis 2015 ganz auszurotten. Dafür müssten laut WHO aber mindestens 95 Prozent der Bevölkerung die Zweifachimpfung erhalten. In Deutschland liegt der Anteil dem Robert-Koch-Institut zufolge nur bei 92,1 Prozent. Brandenburg dagegen gehört mit 94,8 Prozent zu den Spitzenreitern in Deutschland.

Der Gesundheitsexperte der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn (CDU), sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, grundsätzlich sollten nur Kinder, die geimpft sind, Kitas, Kindergärten oder Schulen besuchen dürfen. Denn „sonst gefährden sie andere Kinder“, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können“, sagte Spahn. Auch die SPD-Gesundheitspolitikerin Bärbel Bas sprach sich für eine Impfpflicht aus. Der Obmann der FDP im Gesundheitsausschuss, Jens Ackermann, sieht eine Impfpflicht jedoch als nicht durchsetzbar an.

Allerdings gibt es einer Umfrage zufolge mittlerweile viel Zustimmung für eine Impfpflicht.  (mit epd, dpa)

Social Media

Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage

Brandenburgs Wappentier war immer rot, im neuen Landtag hängt nun jedoch ein weißes Exemplar - auf Wunsch des Architekten. Sollte der weiße Adler nun durch einen roten ersetzt werden?