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  • 29.01.2013
  • von Alexander Fröhlich

Energie Cottbus: Cottbus erteilt rechten Fans Stadionverbot

von Alexander Fröhlich

Im Cottbuser Fan-Block wird ein schwarzes Banner mit der weißen Aufschrift «Juden» hoch gehalten. Foto: dpa

Der Zweitligist gibt Druck der Behörden nach: Weil bei Auswärtsspielen Anhänger des Klubs immer wieder durch rechtsextreme und antisemitische Propagandaaktionen auffallen, setzt der Verein jetzt erstmals Sanktionen um.

Cottbus - Für Brandenburg ist der Fußballzweitligist Energie Cottbus ein Aushängeschild. Doch bei Auswärtsspielen fallen Anhänger des Klubs immer wieder durch rechtsextreme und antisemitische Propagandaaktionen in den Stadien auf. Lange Zeit hat Energie Cottbus das geduldet und erkärte sich für nicht zuständig. Nun aber distanziert sich die Vereinsführung erstmals deutlich mit Sanktionen von der Fangruppe „Inferno“, allerdings erst unter wachsendem Druck der Sicherheitsbehörden und nun auch der Politik. Obendrein wehrt sich der Zweitligist aber gegen Vorwürfe, dass der Verein nicht konsequent gegen rechtsextreme Fans im Vereinsumfeld vorgehe. „Wir wundern uns ein bisschen, dass dieses Thema in den letzen Tagen so eine große Rolle spielt“, erklärte Klubpräsident Ulrich Lepsch. Allein 2012 habe man acht Aktionen gegen Rechts im Verein gestartet. Verfassungsschutz-Chefin Winfriede Schreiber hatte Energie mehrfach vorgeworfen, nicht konsequent genug gegen Mitglieder der rechtsextremen Fan-Gruppe „Inferno“ vorzugehen. Jetzt will obendrein der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Ness mit einer Anfrage eine offizielle Stellungnahme des Innenministeriums zu der Frage provozieren, ob es das bisherige Vorgehen des Vereins gegen „Inferno“ für ausreichend hält. Der Verfassungsschutz rechnet etwa 25 „Inferno“-Mitglieder der rechtsextremen Szene zu, darunter ist ein Mitglied des im Frühjahr 2012 verbotenen Neonazi-Netzwerks „Widerstand Südbrandenburg“.

Die Sicherheitsbehörden wiesen Energie seit Mitte 2012 verstärkt erst hinter den Kulissen, später auch öffentlich auf das Problem hin. Geschehen war nichts. Im Herbst gab es ein Treffen der Behörden mit der Vereinsspitze. Doch erst nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans bei einem Fanaufmarsch im November und als Mitte Dezember ein Papier der Polizei mit einer Einschätzung vorlag, reagierte der Verein. Energiepräsident Lepsch sagte: „Am 10. Dezember haben wir Fakten bekommen und sofort reagiert. Mehr kann man als Verein nicht machen.“ 16 Stadionverbote soll Energie ausgesprochen haben, 15 gegen Inferno-Mitglieder. (mit dpa)

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