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  • 13.09.2012
  • von Alexander Fröhlich

Nach Ludwigs Rücktritt: Die Union setzt auf Teamarbeit

von Alexander Fröhlich

Für Saskia Ludwig wird eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gesucht. Foto: dpa

Die brandenburgische CDU sucht nach neuem Landeschef oder neuer Chefin: Es gibt Vorbehalte gegen Barbara Richstein und Dietlind Tiemann, deshalb ist Michael Schierack im Gespräch.

Potsdam - Bislang ist noch niemand offiziell in den Ring gestiegen, um sich nach dem Rücktritt von Saskia Ludwig für den Landesvorsitz in Brandenburgs CDU zu bewerben. Dennoch läuft parteiintern die Suche nach einem neuen Parteichef auf Hochtouren, auch mehrere Namen werden gehandelt. Allerdings ist noch alles in Bewegung. Die Partei müsse sich noch sortieren, hieß es aus Führungskreisen. Am Freitag berät zunächst der geschäftsführende Landesvorstand und Mitte nächster Woche der komplette Landesvorstand.

Dennoch haben sich die verschiedenen Lager bereits darauf verständigt, dass Dieter Dombrowksi, der CDU-Generalsekretär ist und den Fraktionsvorsitz übernimmt, nicht auch Landesparteichef werden soll. So plädierte der Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann, der im Parteivorstand sitzt, dafür, die Arbeit in der CDU-Führung auf breiten Schultern zu verteilen und Fraktions- und Landesvorsitz zu trennen. Die Landespartei könne sich dann besser als Team formieren und dem Wähler Geschlossenheit zeigen.

Als Nachfolger wurden bereits am Dienstag, als Ludwig ihre Ämter in Fraktion und Landespartei aufgab, die Ex-Ministerin Barbara Richstein, die auch Vize-Landesparteichefin ist, und auch die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel, Dietlind Tiemann, als Nachfolger genannt. Gegen beide gibt es aber auch Vorbehalte. Richstein gilt im Vergleich zu Ludwig und deren Konfrontationskurs gegen Rot-Rot als gemäßigt und mehrheitsfähig. Beim letzten Parteitag hatte sie als Vize-Parteichefin das beste Ergebnis erzielt. Gegen sie wird angeführt, programmatisch zu blass zu sein. Daneben hat die Ludwig-Rivalin und Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann, parteiintern ihre Bereitschaft erklärt, im Landesvorstand tätig zu werden. Offiziell legt Tiemann aber nicht fest, ob sie sich um den Vorsitz bewirbt. Gegen Ludwigs Willen hatte sich Tiemann, die 2011 im traditionell roten Brandenburg/ Havel als Oberbürgermeisterin bestätigt wurde, als stellvertretende CDU-Landeschefin beworben, war aber gescheitert. Tiemanns Kurs richtet sich direkt gegen Ludwigs Rechtsdrift. „Mit Kälte kann man keine Menschen gewinnen“, hatte sie gesagt. Und dass für die Landtagswahl ein Umsteuern nötig sei. Allerdings ist Tiemann in der Partei kaum vernetzt. Zudem gibt es in der Führungsebene Vorbehalte wegen Tiemanns Vergangenheit als Mitglied in der DDR-Staatspartei SED. Man wolle keinen zweiten Ulrich Junghanns, der noch 1989 als Chef einer Blockpartei den Mauerbau verteidigt hatte und von 2007 bis 2009 CDU-Landeschef war, hieß es. Ein Ex-SED-Mitglied wolle man sich nicht zumuten, dies ließe sich auch kaum vermitteln, heißt es in Führungskreisen. Zudem will man eine Debatten über die Verhältnisse in Brandenburg/Havel vermeiden. Dort führt der Mann des Oberbürgermeisterin, Klaus-Peter Tiemann, das Stadtfernsehen, gegen das regelmäßig Vorwürfe erhoben werden, es berichtet einseitig zugunsten der CDU.

Deshalb ist jetzt ein dritter Name im Umlauf: Michael Schierack, seit 2005 Vize in der Partei, seit 2009 auch in der Landtagsfraktion. Ihm wird zugute gehalten, sich bislang nicht auf die Seite eines Lagers geschlagen zu haben. Zudem gilt er als volksnah, auch lasse er sich gut verkaufen, hieß es. Am Mittwoch gab er schon einmal eine Marschroute heraus: Er erwarte einen Politikwechsel seiner Partei und einen neuen Stil im Umgang miteinander. Fortan konzentriere sich die Union auf Brandenburger Themen anstelle von ideologischen Debatten.

Zumindest eine Vorfestlegung gibt es im Führungskreis bereits – dass Parteivorsitz und Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2014 noch nicht aneinander gekoppelt werden sollen. Damit soll verhindert werden, dass ein neuer Parteichef bereits vor der Wahl zerrieben und als designierter Spitzenkandidat kaputt gespielt wird, hieß es. Zudem wolle man auch externen, nicht aus dem Landesverband stammenden Kandidaten eine Chance geben, wie 1998 Jörg Schönbohm, der die märkische Union aus der Krise und in die rot-schwarze Regierung führte.

 

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