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  • 09.08.2012
  • von Jan Kixmüller

Zwei Hochschulen unter einem Dach

von Jan Kixmüller

Der Plan zur Zusammenlegung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) mit der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg/Cottbus führt immer wieder zu neuen Protesten der Studierenden. Foto: dapd

Neuer Vorschlag zur umstrittenen Lausitz-Fusion

Potsdam – Im Konflikt um die vom brandenburgischen Wissenschaftsministerium vorgeschlagene Hochschulfusion in der Lausitz zeichnet sich ein möglicher Kompromissvorschlag ab. Der Gesetzentwurf für die geplante Zusammenlegung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) mit der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg/Cottbus soll den Integrationsgrad der beiden Hochschulen so variabel wie möglich lassen. Das sagte der Landesbeauftragte für die Entwicklung der Lausitz-Hochschulen, Thomas Grünewald, am Mittwoch vor dem Wissenschaftsausschuss des Brandenburger Landtags. „Es wird nichts zerstört, was funktioniert“, so Grünewald. Allerdings sei das Ziel einer gemeinsamen Hochschulleitung nicht verhandelbar, betonte Grünewald. „Das ist als Geschäftsgrundlage klar benannt.“

Der Vorschlag von Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos), die beiden Hochschulen zu fusionieren, war auf heftigen Widerspruch gestoßen. In dieser Woche waren Parlamentspräsident Gunter Fritsch (SPD) 42 000 Unterschriften gegen die Pläne übergeben worden. Der Leiter der Hochschulstrukturkommission, Friedrich Buttler, schlug nun vor, dass beide Hochschulen in ihren Profilen unter dem Dach einer gemeinsamen Holding erhalten bleiben könnten. Er sprach von einer engen Kooperation der beiden Hochschulen, wie sie auch die Lausitz-Kommission unter Vorsitz von Rolf Emmermann empfohlen hatte. Wie der Staatssekretär des Wissenschaftsministeriums, Martin Gorholt (SPD), vor dem Ausschuss sagte, sind noch für August weitere Gespräche mit den Betroffenen angesetzt worden, neue Vorschläge sollen dann in den Gesetzentwurf noch eingearbeitet werden. Offensichtlich ist der Gesetzentwurf für das Fusionsvorhaben noch einmal zurückgezogen worden. „Welches Modell am Ende praktiziert wird, ist noch offen“, sagte Gorholt. Das Gesetz muss schließlich vom Landtag verabschiedet werden.

Das Vorhaben einer fusionierten „Energieuniversität Lausitz“ ist bis in Brandenburgs rot-rote Regierungskoalition hinein umstritten. Der Landesbeauftragte Grünewald nannte als Vorteil einer gemeinsamen Hochschulleitung, dass so eine einheitliche Strategie besser formuliert werden könne. „Aus den gegebenen Ressourcen kann damit das beste gemacht werden.“ Miteinander verschränkte Angebote wären dann Ergebnis einer gemeinsamen Zielsetzung. Wie Buttler sagte, seien die Lausitz-Hochschulen bereits vor zehn Jahren zu einer verstärkten Zusammenarbeit aufgefordert worden, allerdings ohne Reaktion.

Auch im Konflikt um die von der Hochschulstrukturkommission empfohlene Verlagerung des juristischen Staatsexamens von der Potsdamer Uni an die Viadrina in Frankfurt/Oder gibt es Bewegung. Buttler sagte, in Folge des Kommissionsvotums sei von der Potsdamer Uni ein positiver Vorschlag zur Profilierung gekommen. So könnte die Juristische Fakultät in Potsdam für eine Bachelor- und Masterausbildung erhalten bleiben. Der Bedarf an Juristen ohne Staatsexamen werde in Zukunft steigen. Staatssekretär Gorholt nannte den Vorschlag interessant. Eine Neubewertung in der Frage der Potsdamer Juristen sei denkbar. Bis zum Jahresende soll ein Hochschulentwicklungsplan festgeschrieben werden. Jan Kixmüller

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