Uni-Präsident Oliver Günther verlangt mehr Geld je Student und verweist auf andere Städte
Potsdam - Die Hochschulen in Brandenburg brauchen nach Ansicht des Präsidenten der Universität Potsdam, Oliver Günther, mehr Geld. Die Uni Potsdam habe wie andere Hochschulen im Land ein massives Strukturproblem, sagte Günther in Potsdam. Das Problem liege in der chronischen Unterfinanzierung durch das Land Brandenburg. „Mich bedrückt, dass wir pro Studienjahr und Student nur 5000 Euro zur Verfügung haben. Das ist der bundesweite Negativrekord“, sagte Günther, der seit Anfang Januar Präsident der Uni Potsdam ist.
Die Berliner Universitäten hätten über 8000 Euro zur Verfügung, anderswo in Deutschland seien es sogar mehr als 10 000 Euro. „Da stehen wir ganz schlecht da“, sagte Günther.
Entstanden ist das Problem nach Ansicht von Günther, weil die Finanzausstattung durch das Land nicht mit den Studentenzahlen gewachsen ist. Stattdessen seien außerordentliche Zuwendungen des Bundes für zusätzliche Studienplätze durch eine globale Minderausgabe des Landes konterkariert worden. „Was mich noch mehr bedrückt, ist der geringe Anteil, den Brandenburg aus seinem Gesamtetat für die Hochschulen bereitstellt“, sagte der Präsident. Das Land gebe nur 2,5 Prozent seines Etats von rund zehn Milliarden Euro für die Hochschulen aus. „Auch das ist bundesweiter Minusrekord“, erklärte Günther. Dass Brandenburg auch relativ gesehen bundesweit am wenigstens für die Hochschulen aufbringe, sei eine politische Entscheidung, die sehr nachdenklich stimme.
Nach Ansicht Günthers muss die Zahl der rund 50 000 Studienplätze in Brandenburg erhalten und vernünftig ausfinanziert werden. Die strukturelle Unterfinanzierung habe sogar die Hochschulstrukturkommission des Landes anerkannt. Sie fordere 25 Millionen Euro mehr. „Ich gehe eher von 50 Millionen aus“, sagte Günther. Am Mittwoch wird sich der Wissenschaftsausschuss des Landtags mit dem Bericht der Kommission befassen.
Günther sagte, wenn im Schnitt 6000 Euro je Student erreicht werden sollten, wären 300 Millionen pro Jahr für die neun brandenburgischen Hochschulen nötig. Rot-rot jedoch lasse in ihrem Entwurf für den Doppelhaushalt 2013/14 nur einen kleinen Aufwuchs im geringen einstelligen Millionenbereich erkennen.
Seinen Wechsel nach Potsdam hat der einstige Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Berliner Humboldt-Universität trotz der finanziellen Schwierigkeiten nicht bereut. „Ich liebe diesen Job. Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse“, so Günther. Er habe keine unangenehmen Überraschungen erlebt. Die Universität stehe bundesweit gut da. Das habe die Hochschulstrukturkommission bestätigt.
Die Stadt Potsdam braucht dringend Geld, um die Pflege der Parks der Stiftung Preussischer Schlösser und Gärten zu sichern. Wie soll der Betrag eingetrieben werden?