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  • 11.04.2012
  • von Klaus Kurpjuweit

Flughafen Schönefeld: Für den Start zu klein

von Klaus Kurpjuweit

Neu- mit Anbau. Eigentlich sollen alle Passagiere auf dem neuen Flughafen in der zentralen Halle abgefertigt werden. Doch dort könnte am Anfang nicht genügend Platz sein. Nun soll ein Provisorium angebaut werden – als Reserve, wie es heißt. Foto: Bernd Settnik/dpa

Am 3. Juni soll der neue Flughafen in Schönefeld eröffnet werden – doch schon vorher muss der Check-in-Bereich vergrößert werden

Schönefeld - Noch nicht fertig und doch schon zu klein: Wenige Wochen vor der Eröffnung des neuen Flughafens „Willy Brandt“ in Schönefeld hat sich die Flughafengesellschaft FBS entschlossen, die Anlage noch schnell zu erweitern, bevor der erste Passagier abgeflogen ist – die Check-in-Bereiche sollen erweitert werden. Ganz freiwillig geschah dies nicht: Denn dass der Schalterbereich bei größerem Andrang zu eng werden kann, hat sich laut FBS erst beim Anfang des Jahres gestarteten Probebetrieb mit Tausenden Komparsen im Hauptgebäude gezeigt.

Um nun genügend Reserven zu haben, werde – wie es offiziell hieß – „ zur Sicherheit“ der Check-in-Bereich vergrößert. Flughafensprecher Leif Erichsen sagte am Dienstag, in einer Leichtbau-Konstruktion sollen nun neben dem Hauptterminal 20 zusätzliche Schalter und mehrere Schleusen für die Sicherheitskontrolle untergebracht werden. Rund 2,5 Millionen Euro müssen dafür nach Erichsens Angaben aufgebracht werden. Bisher waren an acht sogenannten Check-Inseln 94 Schalter vorgesehen. Tegel und Schönefeld haben derzeit zusammen 186.

Dabei sind bereits zwei weitere Pavillons mit 24 zusätzlichen Abfertigungsschaltern im Bau. Sie sollen im April 2013 fertig sein. Deren Bau war durch aufwendigere Kontrollanlagen erforderlich geworden. Vorwürfe, die Kapazität beim Einchecken sei falsch berechnet worden, wies der Sprecher zurück. Dass es eng werden könnte und dass sich zu Spitzenzeiten längere Warteschlangen bilden könnten, habe erst der Probebetrieb gezeigt. Ob die jetzt noch schnell zu bauenden Zusatzschalter tatsächlich benötigt werden, könne man noch nicht sagen. Sie sollen später abgebaut werden – wenn der Betrieb rund laufe, sagte Erichsen.

In Stoßzeiten werden von den Planern und den Betreibern des neuen Flughafens in Schönefeld bis zu 4500 Passagiere pro Stunde erwartet. Dafür ist die Abfertigung eigentlich auch ausgelegt. Die 20 Zusatzschalter seien eine Reserve für die Anfangszeit nach Inbetriebnahme des Flughafens. Den Beschluss zu deren Aufbau habe das Management vor einer Woche gefasst. Wenn alles glatt laufe, könne die Leichtbauhalle schnell wieder abgebaut werden, sagte der Sprecher. Denn die Anlage widerspricht nämlich dem bisherigen Konzept, wonach alle Passagiere zentral im Hauptterminal abgefertigt und kontrolliert werden, um anschließend den Marktplatz mit seinen Geschäften zu durchqueren. Der Weg von der provisorischen Anlage führt an den Läden vorbei direkt in den Hauptpier.

An den Erwartungen für das Passagieraufkommen habe sich nichts geändert, fügte Erichsen hinzu. Der Terminal biete Platz für bis zu 27 Millionen Fluggäste pro Jahr. Über die bisherigen Flughäfen Tegel und Schönefeld reisten im vergangenen Jahr 24 Millionen Passagiere, das waren 7,7 Prozent mehr als 2010. (mit dpa)

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