Demonstranten in Neutrebbin protestieren gegen unterirdische CO2-Speicherung
Neutrebbin/Berlin - Bei Ostermärschen in Berlin und Brandenburg sind mehrere Hundert Menschen auf die Straße gegangen.
Während im brandenburgischen Neutrebbin im Oderbruch gegen die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (CO2) protestiert wurde, forderten die Ostermarschierer in Berlin unter anderem die Abschaffung der Todesstrafe. Dazu kreisten sie die US-Botschaft mit einem 700 Meter langen Transparent ein. Die Ostermärsche fanden in diesem Jahr deutlich weniger Zuspruch als im Vorjahr.
Zum 2. Ostermarsch gegen die CO2-Verpressung kamen bei regnerischem Wetter rund 200 Teilnehmer, wie Sprecherin Sylvia Wadewitz von der Bürgerinitiative „Co2ntra Endlager“ sagte. Im vergangenen Jahr wurden 500 Demonstranten gezählt. In Berlin beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 750 Menschen. 4000 Menschen waren es 2011 nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima gewesen.
In Neutrebbin stand der Marsch 2012 unter dem Motto: „Keine CO2-Endlager weder hier noch anderswo“. Das Gesetz zur CCS-Technik war im September im Bundesrat zwar gestoppt worden. Aus Sicht der Bürgerinitiative bleibt das Thema aber dennoch auf der Tagesordnung. Der Energiekonzern Vattenfall und die Landesregierung bekräftigten weiterhin ihr Festhalten an CCS, am Neuaufschluss von Tagebauen und an dem Neubau von Kohlekraftwerken. Zudem werde östlich der Oder in Polen ein CCS-Endlager geplant.
„Ein Endlager in Radnica östlich von Guben ist eine Gefahr für uns alle“, unterstrich Wadewitz. Deshalb wollten sich die Bürgerinitiativen künftig stärker mit gleichgesinnten polnischen Bürgern und Initiativen vernetzen. Dazu werde derzeit auch Informationsmaterial ins Polnische übersetzt.
In der Hauptstadt forderten die Demonstranten neben der Abschaffung der Todesstrafe ein Ende von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Die Kriege im Irak und in Afghanistan hätten gezeigt, welche Auswirkungen militärische Interventionen haben könnten, sagte Organisator Klaus-Dieter Heiser (Linke) zur Begründung. „Wenn sich Menschen gegen Diktatoren wehren, dann ist das Angelegenheit der jeweiligen Bevölkerung“, sagte er.
Der Protestzug, der am Potsdamer Platz startete und am Brandenburger Tor endete, stand unter dem Motto: „Krieg darf kein Mittel der Politik sein“. Auf Plakaten der Demonstranten war unter anderem zu lesen „Kein Cent für Rüstung“, „Bomben schaffen keinen Frieden“ und „Die Bundesregierung ist wie ein Lottoschein: keine 3 Richtigen“. dapd
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