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  • 06.09.2011

Noch ein Sterncenter

Von oben herab. Zur Eröffnung vor ziemlich genau einem Jahr kam Wim Wenders mit Ehefrau Donata.Foto: dpa

Lange war der Boulevard der Stars abgesperrt, verblasst, vergessen Jetzt ist er renoviert und trägt die Namen von 21 weiteren Filmschaffenden

Berlin - Wochenlang war der Mittelstreifen an der Potsdamer Straße abgesperrt, von den Sternen auf dem Boulevard der Stars war wenig zu sehen. Jetzt sind die Absperrungen entfernt und auf dem Abschnitt wird es etwas enger. Denn seit Montag sind dort 21 neue Sterne zu sehen; geehrt werden Filmschaffende wie die Regisseure Ernst Lubitsch und Fatih Akin oder die Schauspieler Senta Berger und Emil Jannings. Auch der im vergangenen Jahr verstorbene Produzent Bernd Eichinger gehört zum Kreis der Auserwählten.

Die älteste Geehrte ist Luise Rainer, die nach Angaben der Veranstalter als bisher einzige deutsche Schauspielerin 1936 und 1937 in zwei Jahren in Folge einen Oscar erhielt. Heute lebt die 101-Jährige in London. Zur Eröffnung wollte die gebürtige Düsseldorferin am späten Montagnachmittag nach Berlin kommen, ließ aber schon mal vorab aus London mitteilen: „Ich freue mich sehr, dass ich nach dem alten Stern in Hollywood jetzt auch einen neuen Stern auf dem Berliner Boulevard der Stars bekomme – wie schön, dass man mich in Deutschland nicht vergessen hat.“ Den Oscar erhielt sie für ihre Rollen in den Filmen „Der große Ziegfeld“ (The Big Ziegfeld) im Jahr 1936 und im Jahr darauf in „Die gute Erde“ (The Good Earth). Zur Feier erwartet wurden auch die Schauspielerinnen Anke Engelke, Martina Gedeck und Jutta Hoffmann.

Bisher waren 40 Messingtafeln auf dem 320 Meter langen „roten Teppich“ eingelassen. Auf ihnen sind Namen wie Mario Adorf, Hildegard Knef oder Armin Mueller-Stahl vermerkt. Fans können sich von ihnen Autogramme abpausen und wer durch die aufgestellten Kameras schaut, sieht die virtuellen Stars auf dem Boulevard. Seit September 2010 gibt es diesen nun schon. Ein „wachsendes Denkmal“ sei dieser Mittelstreifen, heißt es von den Organisatoren.

Touristen finden allerdings nicht so nette Worte. Er sieht nicht nur etwas ausgeblichen aus, er ist auch nicht sehr bekannt. „Diesen Abschnitt habe ich gar nicht bemerkt“, sagt ein Besucher aus Lübeck. „Wenn Berlin meint, einen solchen Boulevard zu brauchen - von mir aus“, meint er. Zwei Touristenführer berichten, dass Reisende sich gar nicht für die Sterne interessieren würden.

Finanziert werden die Sterne überwiegend von privaten Sponsoren. Das Land Berlin zahlt nach der einen Million Euro, die für die Errichtung des Abschnitts bereitgestellt wurde, diesmal nur die Kosten für eine grundlegende Reinigung. In den kommenden Jahren soll der Boulevard auf 160 Sterne erweitert werden.

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