21.09.2017, 15°C
  • 24.12.2004

Geständnis im Prozess gegen Neonazis

Potsdam - Im Prozess gegen brandenburgische Neonazis wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung hat der erste Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Er habe an Brandanschlägen auf Imbisse und Geschäfte von Ausländern im Havelland teilgenommen, sagte er nach Angaben einer Gerichtssprecherin am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht in Potsdam. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den zwölf jungen Angeklagten vor, zehn Anschläge verübt zu haben. Der Jüngste der Angeklagten war 14, der älteste 18 Jahre alt, als zwischen August 2003 und Mai 2004 zehn Anschläge auf Imbisse von Ausländern im Havelland verübt wurden. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden betrug mehr als 600.000 Euro. Der Angeklagte habe ausgesagt, dass sich die Jugendlichen des öfteren nach der Schule in einer Scheune getroffen hätten. Von dem mutmaßlichen Rädelsführer sei auch die Initiative ausgegangen, die ausländerfeindliche Kameradschaft „Freikorps“ zu gründen. Fünf der Teilnehmer hätten es abgelehnt, an Anschlägen mitzuwirken. Sie seien aber bereit gewesen, sich als Fahrer oder Helfer zu beteiligen. Ausgesprochen politische Debatten gab es nach Aussage des Angeklagten nicht. Einziges Thema sei gewesen, Ausländer aus dem Havelland zu vertreiben.dpa

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!