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  • 19.05.2018
  • von Jörn Hasselmann, Lars von Törne

DFB-Pokalendspiel: Weiße Hemden, schwarzer Rauch

von Jörn Hasselmann, Lars von Törne

Karneval der Kulturen, Teil 2. Trinkende Frankfurt-Fans auf dem Weg ins Olympiastadion. Foto: Arne Bänsch/dpa

Zehntausende Fans feierten das Pokalfinale – die Polizei war im Großeinsatz.

Vorübergehend wurde der Kaiserdamm zur Fußgängerzone. Dort, wo an Wochentagen die Autos auf acht Spuren durch die westliche Innenstadt rauschen, waren am Sonnabendnachmittag tausende Menschen überwiegend auf Turnschuhen unterwegs. Das Ziel der größtenteils männlichen, kräftig gebauten Marschierer: Das DFB-Pokalendspiel von FC Bayern München und Eintracht Frankfurt im Olympiastadion am Samstagabend.

Rund fünf Stunden vor dem Anpfiff brachten sich mehrere tausend Frankfurter Fans im Lietzenseepark und Umgebung in Stimmung. Von dort ging’s dann ab 16 Uhr unter lauten Gesängen weiter in Richtung Olympiastadion, Anstoß war für 20 Uhr geplant.

Kurz zuvor waren die meisten von ihnen mit einem Sonderzug am Bahnhof Zoo eingetroffen. Der hatte allerdings dreieinhalb Stunden Verspätung – sehr zum Ärger vieler Frankfurter. Dennoch verließen die meisten Fans den Bahnhof bemerkenswert gesittet und schweigsam. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot im Einsatz, denn kaum ein Verein hat so viele gewaltbereite Fans wie die Eintracht. „Randalemeister“ nennen sich deren Hooligans. Einen Vorgeschmack gab es am Sonnabend kurz nach dem Abmarsch der ersten Frankfurter in Richtung Stadion: Vereinzelt wurden Bengalos und Böller gezündet, vorübergehend überlagerte schwarzer Rauch das Bild der zumeist weiße Hemden tragenden Fans.

Eine weitere Gruppe von Eintracht-Anhängern feierte derweil am Breitscheidplatz beim offiziellen Fanfest mit Bühnenprogramm und Musik des Frankfurter Rap-Duos Celo & Abdi. Nicht weit von hier konnten sich die Fans neu einkleiden: Der Nike-Store an der Tauentzienstraße hatte sein Schaufenster-Sortiment auf die Frankfurter Gäste eingestellt.

Am Alexanderplatz feierten derweil viele Fans des FC Bayern, eine weitere Gruppe wollte sich auf dem Busparkplatz am Stadion treffen.

Die Berliner Polizei und die Bundespolizei hatten im Vorfeld bei den Anhängern beider Teams um Verständnis für verstärkte Kontrollen gebeten. Auch hatten sie angekündigt, betrunkene Fans und solche, die Pyrotechnik dabeihaben, nichts ins Stadion zu lassen. „Wir unterscheiden deutlich zwischen friedlichen und gewaltsuchenden Fans“, hieß es in dem Aufruf. „Begegnen Sie den Anhängern der anderen Mannschaft mit Respekt und repräsentieren Sie so Ihren Verein in der Öffentlichkeit.“ Der Appell der Sicherheitsbehörden: „Distanzieren Sie sich eindeutig von Gewalttätern!“ Eine Mahnung, die beherzigt wurde: Das Spiel begann in entspannter Vorfreude, und auch während des Spiels konnte sich die Polizei nicht beklagen.

Um direkte Begegnungen beider Fangruppen so gering wie möglich zu halten, ließ man diejenigen, die öffentliche Verkehrsmittel nutzten, getrennt zum Stadion fahren: Die Fans des FC Bayern München wurden aufgefordert, mit der S-Bahn anzureisen und durchs Marathontor ins Stadion zu kommen, die Fans von Eintracht Frankfurt sollten mit der U-Bahn kommen und den Stadioneingang Osttor benutzen.

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