21.08.2018, 23°C
  • 18.05.2018
  • von Anna Ringle (dpa)

Tagebau schuld am Wasserverlust Betreiber Leag will zum Ausgleich Brunnen bauen

von Anna Ringle (dpa)

Cottbus - Der Lausitzer Tagebaubetreiber Leag geht davon aus, dass durch die Braunkohleförderung im Raum Jänschwalde das Problem des Wasserverlustes in umliegenden Seen zunehmen wird. Deshalb will das Unternehmen auf eigene Kosten Brunnen bauen und Wasser in die betroffenen Seen in Südbrandenburg zuleiten, wie es am Donnerstag in Cottbus mitteilte. Noch im vergangenen Jahr sah Leag keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Wasserverlust und dem Tagebau.

Mehrere Seen in der Umgebung haben seit vielen Jahren das Problem sinkender Wasserstände. Drastisch zeigten sich die Auswirkungen in dem Badegewässer Pastlingsee in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße), wo 2015 dadurch ein massives Fischsterben eingesetzt hatte. Strittig war über Jahre hinweg die Frage, was die Gründe für den Wasserverlust sind. Im Dezember hatte sich das Umweltministerium positioniert und mitgeteilt, dass der Tagebau Jänschwalde einer von mehreren Gründen sei. Damals widersprach Leag. Die aktuelle Einschätzung zum Zusammenhang Bergbau und Wasserverlust begründet das Unternehmen damit, dass man sich in seinem Wissen qualifiziert habe.

Am Donnerstag präsentierten das Umweltministerium, das Landesbergamt, das Landesumweltamt und Leag die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe. Konkret geht es um die Anhebung der Wasserstände im Pinnower See, dem Groß- und dem Kleinsee sowie dem Deulowitzer See. Beim Pastlingsee wird schon seit einiger Zeit Wasser in das Gewässer geleitet. Ab Frühjahr 2019 soll das Wasser aus den Brunnen in die anderen betroffenen Seen gelangen, wie Leag ankündigte. Laut Umweltministerium liegen die Wasserspiegel aktuell von 0,09 Zentimeter bis zu 70 Zentimeter darunter. Leag nimmt für die Maßnahme drei Millionen Euro in die Hand.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky sagte: „Dass jetzt endlich Bewegung in die Sache kommt, ist mehr als überfällig.“ Trotz der lange bekannten massiven Wasserverluste hätten sich Umwelt- und Bergbehörde erst jetzt entschlossen, Maßnahmen anzuordnen. „Das hätte viel früher passieren müssen.“

Anna Ringle (dpa)

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