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  • 16.05.2018
  • von Christoph Stollowsky

Geflüchtete in Berlin: In diesem Jahr wurden bislang 308 Asylbewerber abgeschoben

von Christoph Stollowsky

Letzter Akt. Mit Polizisten auf dem Weg zur Abschiebung. Foto: picture alliance / Sebastian Wil

Die weitaus meisten Menschen mussten in die Republik Moldau zurückkehren. Freiwillig reisen offenbar immer weniger Asylbewerber zurück.

Im ersten Quartal dieses Jahres wurden aus Berlin insgesamt 308 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. Dies geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Inneres auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Bettina Jarasch hervor. 81 der Abgeschobenen mussten nach dem sogenannten „Dublin-Verfahren“ in das jeweilige europäische Land zurückreisen, das sie bei ihrer Flucht zuerst betreten hatten, alle weiteren wurden vermutlich in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt. Dazu gibt es aber keine Statistik.

Die weitaus meisten Zurückgeführten, insgesamt 65, kamen aus der südosteuropäischen Republik Moldau, in größerer Zahl wurden auch Albanier (28) und Iraker (17) abgeschoben.

Insgesamt leben in Berlin rund 43560 Asylbewerber

Insgesamt leben derzeit in Berlin rund 43560 abgelehnte Asylbewerber (Stand März 2018), bei etlichen laufen jedoch noch Widerspruchsverfahren. 164 Geflüchtete, darunter auch etliche mit noch offenen Asylverfahren, kehrten hingegen von Januar bis März 2018 freiwillig aus Berlin in ihrer Heimatländer zurück. Erleichtert wurde ihnen dies durch finanzielle Hilfen „zur Unterstützung der freiwilligen Rückkehr“, die vom Bund, der Europäischen Union (EU) und dem Land Berlin angeboten werden.

Eine solche möglichst humanitäre Rückführung hat sich die rot-rot-grüne Koalitionsregierung Berlins zum Ziel gesetzt. Bereits im ersten Quartal 2018 zeichnet sich laut Bettina Jarasch aber ab, dass die Zahl der freiwilligen Rückkehrer im Vergleich zum Vorjahr offenbar „deutlich zurückgeht“. Dies liege möglicherweise an der schwierigen Situation in den Herkunftsländern, mutmaßt die Abgeordnete. Man müsse die Ursachen nun genau analysieren und überlegen, „wie wir eine freiwillige Rückkehr noch besser unterstützen und fördern können“.

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