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  • 15.05.2018
  • von Roberto Jurkschat

Nationalspieler im Erdogan-Wahlkampf: Grünen-Vorsitzende Baerbock kritisiert Özil und Gündogan

von Roberto Jurkschat

Foto: Nicolas Armer/dpa

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, kritisiert die deutschen Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan. Die Spieler hatten sich am Montag in London mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen.

Potsdam - Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock übt scharfe Kritik am Treffen der deutschen Fußballnationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Ich finde es persönlich total daneben von den beiden, weil der türkische Präsident ja nicht irgendein Präsident ist, sondern jemand, der massiv Menschenrechte verletzt und Willkür gegenüber Teilen seiner eigenen Bevölkerung ausübt. Deswegen verurteile ich dieses Treffen auf das Schärfste“, so Baerbock.

Özil und Gündogan, die am heutigen Dienstag offiziell für den Kader der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Russland nominiert wurden, hatten sich am Montag in London mit dem türkischen Präsidenten getroffen und sich an der Seite Erdogans fotografieren lassen. Pikant ist das Treffen nicht nur aufgrund der Spannungen zwischen der deutschen und der zunehmend autoritär agierenden türkischen regierung. Die Fußballer haben Erdogan  auch während des laufenden Wahlkamps getroffen, am 24. Juni finden in der Türkei vorgezogene Neuwahlen statt. 

Özil und Gündogan: Keine Spiele für die Türkei mehr möglich

„Wenn die beiden für die türkische Nationalmannschaft spielen wollen, dann können sie das auch gerne entscheiden, sofern sie zwei Pässe haben“, sagte Baerbock und warnte davor, in der Debatte mit zweierlei Maß zu messen. Die CSU, die jetzt sage, dass die beiden nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft spielen könnten, lade ihrerseits den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban ein, der auch alles andere als ein demokratischer Präsident sei. Baerbock ergänzte: „Diese WM findet in einem Land mit einem autokratischen Präsidenten statt.“ Deshalb habe sie die Bundeskanzlerin aufgefordert, sich bei der WM nicht neben das russische Regime auf die Zuschauertribüne zu setzen.

Tatsächlich können erwachsene Fußballspieler entscheiden, für welche Nationalmannschaft sie spielen. Voraussetzung dafür ist, dass sie einen Pass der jeweiligen Länder haben oder sich einbürgern lassen, falls sie woanders geboren wurden. Sobald ein Spieler einmal wie Mesut Özil (89 Länderspiele) oder Ilkay Gündogan (24 Länderspiele) in einem Pflichtspiel für eine A-Nationalmannschaft angetreten ist, sind Einsätze für andere Nationen allerdings nicht mehr möglich. 

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