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  • 09.04.2018
  • von Christian Bark

Umweltverschmutzung in Brandenburg: Vermüllte Natur

von Christian Bark

Foto: dpa

Umweltverbände kämpfen gegen Müllberge.

Potsdam - Die Vermüllung von Wäldern und Seen bereitet Umweltverbänden große Sorgen. „Es gibt in der Brandenburger Natur viel mehr Müll, als man auf den ersten Blick erkennt“, sagte Anja Zubrod vom Landesjugendverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND). Teilweise bestehe die ganze erste Waldbodenschicht aus Unrat. Das müsse die Bürgerinitiative „Potsdamer Plastik Piraten“, die seit Ende 2016 beim BUND angesiedelt ist, bei ihren Müllsammelaktionen immer wieder feststellen.

„Beim Müllsammeln stoßen wir oft auf größere Ansammlungen von Hausrat. Viele Bürger nutzen offensichtlich Wälder als erweiterten Mülleimer“, berichtete Zubrod. Viermal im Jahr trommelt die Initiative Freiwillige für die gemeinsamen Aktionen zusammen. Dann reinigen sie Potsdam und Umgebung von herumliegenden Plastikmüll.

„Brandenburg hat viele Gewässer und Flüsse, über die Plastik ins Meer gelangt. Darum steht bei uns das Sammeln von Müll in Ufernähe im Fokus“, so die BUND-Referentin. Die oft randvoll gefüllten Müllsäcke würden dann von der Potsdamer Stadtentsorgung abgeholt.

Genau Erhebungen gibt es noch nicht

Die Initiative hat Zubrod zufolge auch schon bei einem Forschungsprojekt mitgemacht, bei dem Mikroplastik aus Nuthe und Havel gefischt und zu Forschungszwecken eingeschickt worden sei. Darüber hinaus stehe das Thema „Müllvermeidung“ ganz oben auf der Programmliste bei Veranstaltungen der „Potsdamer Plastik Piraten“. So habe es Ende vergangenen Jahres ein Treffen unter dem Motto „Weihnachten ohne Plastik“ gegeben.

Wie viel Plastikmüll tatsächlich Brandenburgs Gewässer und Böden verschmutzt, darüber gibt es noch keine Erhebungen, wie Katharina Istel vom Naturschutzbund (Nabu) in Berlin mitteilt. „Aktuell startet das Umweltbundesamt ein Forschungsvorhaben zum Littering.“ Bei einer Zählstudie zum „Littering“ (Vermüllung) sind auch Institutionen, Schulen, Vereine sowie Bürger zum Mitmachen aufgerufen.

31 Kilogramm Müll bei einer Aktion gesammelt

Im Rahmen der Sudie, die während der europaweit organisierten „Let's Clean Up Europe“-Kampagne von März bis Mai stattfinden wird, können freiwillige Helfer Art und Menge des entdeckten Abfalls mit Hilfe einer „Zähl-App“ erfassen. Das nächste „Clean Up“ in Brandenburg findet Istel zufolge am 14. April ab 10 Uhr am Pätzer Tonsee statt.

Zudem ruft der Nabu jedes Jahr im September zum „International Coastal Cleanup Day“, also zum Küstenreinigungstag, auf. Im vergangenen Jahr war dabei die Nabu-Ortsgruppe in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) mit Schülern entlang der Ufer des Grienericksees aktiv. 31 Kilogramm Müll sammelten die Schüler während der anderthalbstündigen Aktion, so Istel. 

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