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  • 20.03.2018
  • von Klaus Kurpjuweit

Auch die Bahn will vom Diesel loskommen Züge mit Batterien oder Wasserstoff gefordert

von Klaus Kurpjuweit

Berlin - Die Bahn sucht neue Wege. Sie will in Zukunft auch auf Strecken elektrisch fahren, wo es keine Oberleitung für die Stromzufuhr gibt. Der DB-Konzern hat die Industrie jetzt aufgefordert, Angebote für bis zu zehn Züge mit Batteriespeicher zu machen. Mit solchen Fahrzeugen könnte die Bahn umweltfreundlicher fahren als heute. Auf Verbindungen, bei denen es nur abschnittsweise eine Oberleitung gibt, fahren jetzt noch Dieselfahrzeuge, die Schadstoffe ausstoßen.

Eine solche Strecke gibt es etwa beim Prignitz-Express. Die Oberleitung reicht von Berlin bis Hennigsdorf. Derzeit beginnt die Dieselfahrt aber schon in Gesundbrunnen oder Spandau. Wenn die Batterie es schafft, die mehr als 100 Kilometer bis Wittenberge durchzuhalten, könnte die gesamte Strecke umweltfreundlich elektrisch gefahren werden. Für die Rückfahrt könnte der Zug unter der Oberleitung wieder Strom „tanken“.

Die Fahrzeuge gehören zum Konzept, mit dem sich die Bahn an der Ausschreibung des Netzes Elbe-Spree bewirbt, das einen Großteil des Regionalbahnnetzes der Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern umfasst. Mit dem Hinweis auf die Ausschreibung verweigerte die Bahn nähere Angaben zu diesem Fahrzeugkonzept.

Offener ist ein Konkurrent. Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die die Heidekrautbahn nördlich von Berlin sowie Strecken östlich der Stadt betreibt, will wie berichtet eine Bahn mit Wasserstoffantrieb testen. Weil die Fahrzeuge mit dieser Technik – noch – teurer sind als solche mit Dieselmotoren, sucht die NEB derzeit noch nach Fördergeldern.

Der Wasserstoff soll dabei umweltfreundlich hergestellt werden – im Hybridkraftwerk bei Prenzlau. Es erzeugt seit 2011 Strom aus Windkraftanlagen. Bei geringer Nachfrage wird der überschüssige Strom genutzt, um per Elektrolyse Wasserstoff zu gewinnen, der in Tanks gelagert wird, bis er gebraucht wird. Klaus Kurpjuweit

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