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  • 13.03.2018

Sexismus: Medienrat rügt Sender Kritik an Beitrag über Landtagsmitarbeiterin

Berlin/Potsdam – Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat den Lokal-TV-Sender SKB Stadtfernsehen Brandenburg wegen eines über Facebook und die Mediathek verbreiteten Beitrags über eine Mitarbeiterin im Brandenburger Landtag gerügt. Der Beitrag „enthielt eine sexualisierte Darstellung einer Landtagsmitarbeiterin insbesondere durch Kameraschwenks auf und Nahaufnahmen von Gesäß und Dekolleté der Mitarbeiterin“, teilte der mabb am Montag mit. Darüber hinaus kritisiert der Medienrat die weitgehend undifferenzierte Darstellung von – männlichen wie weiblichen – Geschlechterklischees und Rollenbildern, die nicht den üblichen journalistischen Standards entspreche. Der Medienrat hat den Sender aufgefordert, zukünftig eine formal wie inhaltlich angemessene und diskriminierungsfreie Berichterstattung sicherzustellen.

In dem rund acht Minuten langen Beitrag war eine 19 Jahre alte Mitarbeiterin des CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Gliese vorgestellt worden – als Beispiel für junge Menschen, die sich für Politik interessieren und engagieren. Der Sender drehte etwa beim Neujahrspresseempfang von Landtag und Landesregierung im Januar. In einer Szene lobte Frauenministerin Diane Golze (Linke) das Interesse der 19-Jährigen für die Landespolitik - dann der Schnitt auf den Ausschnitt der jungen Frau mit Brandenburg-Adler am Revers, die Hintergrundmusik schallt: „Sexy.“ Wie berichtet, hatte der mittlerweile auf der Facebook-Seite des Senders gelöschte Beitrag über „die jüngste Mitarbeiterin des Brandenburger Landtags“ eine Debatte über Sexismus ausgelöst. Die Brandenburger Grünen forderten Konsequenzen für den Sender. „Solche Art der Berichterstattung, bei der Frauen auf ihr Geschlecht und ihre Rolle als Sexobjekt reduziert werden, verletzt die Rechte von Frauen zutiefst und gehört in die Mottenkiste von Altherrenfantasien“, hatte die Landesvorsitzende der Grünen, Petra Budke, erklärt. Dem ist die gemeinsame Medienanstalt der Länder Berlin und Brandenburg nun nachgekommen. mak

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