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  • 13.02.2018
  • von Anna Ringle/dpa

Insolventer Flugplatz erneut verkauft Flugschule auf Areal in Cottbus-Drewitz geplant

von Anna Ringle/dpa

Cottbus - Hoffnungsschimmer für den insolventen Flugplatz Cottbus-Drewitz: Es gibt einen neuen Eigentümer. Das Gelände sei an ein Konsortium aus dem Raum Zossen (Teltow-Fläming) verkauft worden, sagte Insolvenzverwalter Udo Feser am Montag in Cottbus. Es sei geplant, die marode Start- und Landebahn zu sanieren, eine Flugschule anzusiedeln und einen Bereich für Wartung und Instandhaltung von beispielsweise Hubschraubern einzurichten. Über den Kaufpreis sagte Feser nichts.

Der Flugbetrieb ist seit Längerem nur eingeschränkt auf einer Gras-Piste möglich, weil die Start- und Landebahn marode und sanierungsbedürftig ist. Auch der Tower und die Technik müssten moderner werden, sagte der Insolvenzverwalter. „Die Technik ist uralt.“ Beim Verkauf wurde das Areal zweigeteilt. Der bisherige Pächter einer seit Jahren auf dem Gelände stehenden Photovoltaik-Anlage übernahm laut Feser rückwirkend zum Sommer 2017 diesen Bereich.

Der zweite Vertrag mit dem Konsortium zum restlichen Flugplatzgelände sei rückwirkend zum 24. November 2017 zustande gekommen. Die beiden verbliebenen Mitarbeiter des Flugplatzbetriebes sollen übernommen werden und es sollen auch weitere Arbeitsplätze entstehen. 2014 hatte eine international agierende Investorengruppe das knapp 350 Hektar große Gelände bei Cottbus, das für Hobby- und Geschäftsflüge genutzt wird, gekauft. Davor war der Hauptanteilseigner der Landkreis Spree-Neiße gewesen.

Aus Kostengründen war der Flugplatz privatisiert worden, um die umliegenden kommunalen Gesellschafter finanziell zu entlasten. 2015 kam die Insolvenz für den Flugplatz, fast alle Mitarbeiter mussten gehen. Dann begann die zähe Suche nach einem neuen Investor. Es gab Feser zufolge zahlreiche Hürden, von denen er eine nennt: „Das Grundbuch war teilweise falsch vermessen.“ An dem Flugplatz seien zunächst sechs Bewerber interessiert gewesen, letztlich habe man sich zwischen fünf entschieden. 2014 hatte die Investorengruppe als Ex-Gesellschafter noch angekündigt, neben der Nutzung als Flugplatz ein Wartungscenter für Passagier- und Cargomaschinen zu bauen; 200 neue Arbeitsplätze sollten entstehen. Doch daraus wurde nichts, mit dem Flugplatz ging es bergab.

Rückblickend sagte der Insolvenzverwalter: „Ich denke nicht, dass da ein Konzept dahinterstand.“ Und weiter: „Das Geschäftsmodell ist: schnelles Geld machen.“ In einem nächsten Schritt solle nun geprüft werden, ob Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können. Die Investorengruppe hatte laut Feser auf dem Gelände zum Beispiel einen erheblichen Waldeinschlag vorgenommen. Anna Ringle/dpa

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