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  • 09.02.2018
  • von Ralf Schönball

Berlin-Mitte: Interessensgemeinschaft will Großmarkt kaufen

von Ralf Schönball

Auch die Entwickler der Markthalle IX gehören zu den Bietern. Foto: Kai-Uwe Heinrich

100 Unternehmer bieten gemeinsam für den Berliner Großmarkt in Moabit. Sie wollen das jetzige Landeseigentum umgestalten und erneuern.

Der Putsch am Berliner Großmarkt in der Beusselstraße geht in die heiße Phase: Ein Bündnis von mehr als hundert Firmen, die auf dem zentralen Fruchthof, dem Fleisch- sowie dem Blumengroßmarkt ihre Waren handeln, haben ihr Angebot zur Übernahme des Areals in Moabit („Bauch von Berlin“) Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sowie Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) übergeben. 22 Millionen Euro bieten sie, eine Pacht von 2,5 Millionen Euro im Jahr – und versprechen, das Areal zukunftsfest zu machen.

Zu den Bietern der „Interessengemeinschaft Lebensmittel- und Frischecluster Berlin“, LFC, zählen auch die Entwickler der „Markthalle IX“ in Kreuzberg. Frisches Obst und Gemüse, Fingerfood sowie Speisen-Manufakturen haben die Halle zu einem Einkaufs- und Gastrotreffpunkt im Kiez gemacht. Doch die Grenzen des Wachstums sind erreicht. Deshalb hatten sich die Unternehmer bereits vergeblich für die Übernahme von Flächen am Spreeufer eingesetzt. Dort sollte vor allem Platz sein für die Lebensmittelherstellung, eine Brauerei oder die Verarbeitung von Fleisch regionaler Herkunft etwa, denn die brauchen Platz.

Umgestaltung und Neubau sind in Planung

Davon gibt es auf dem Beusselmarkt genug, zumal das Areal aus Sicht von Markthallen-Betreiber Nikolaus Driessen nicht effizient genug geordnet und nach „Themen“ aufgeteilt ist. Das soll sich ändern. Geplant ist eine Entwicklung in sechs Stufen, beginnend im Jahr 2021 mit dem Neubau einer 2300 Quadratmeter großen neuen Markthalle für rund 19 Millionen Euro. Am Ende sollen 90 Millionen Euro fließen in sanierte Hallen, kürzere Wege über das Gelände, neue Parkplätze und die Ansiedlung neuer Firmen, darunter auch Manufakturen und weiterverarbeitende Betriebe.

Von „Putschisten“ war bereits die Rede im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot, zumal der Großmarkt in Landeseigentum ist und mit dem „Fruchthof Berlin“ einer der großen Mieter vor Ort gleichsam die Macht mit übernehmen würde. Zudem seien auch ohne einen solchen Betreiberwechsel Investitionen auf dem Areal möglich und geplant. Zurzeit ist der „Berliner Großmarkt“ für das Management des Gebietes zuständig, auf dem Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst, Fisch und Meeresfrüchte sowie Blumen und Pflanzen an Händler verkauft werden.

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