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  • 19.01.2018
  • von Thorsten Metzner

Lütke Daldrup: „Ich lasse mich nicht beschimpfen“: Bretz: Am BER „systemisches Versagen“

von Thorsten Metzner

Potsdam - Brandenburgs Landesregierung lehnt neue öffentliche Millionenhilfen für den unvollendeten Berliner Airport weiterhin ab. „Über die Höhe neuer Mehrkosten liegen dem Finanzministerium keine validen Zahlen vor“, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke) am Donnerstag im Finanzausschuss des Landtages. Er verwies auf einen geltenden Gesellschafterbeschluss der BER-Eigner Berlin, Brandenburg und Bund vom Januar 2017, dass die Flughafengesellschaft (FBB) alle eigenen Möglichkeiten ausnutzen müsse, um Finanzlücken zu decken. Das ist aktuell die Linie von Berlin, Brandenburg und dem Bund, denen die FBB gehört.

In der Sitzung standen Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup und Finanzgeschäftsführerin Heide Fölster, eingeladen von Ausschusschef Sven Petke (CDU) wie am Vortag im Abgeordnetenhaus Rede und Antwort zu den aktuellen Finanzproblemen, die aus der Verschiebung des BER-Starts auf den Oktober 2020 zurückgehen. Abgeordnete vor allem der Opposition übten massive Kritik. So warf CDU-Generalsekretär Steeven Bretz den FBB-Verantwortlichen „systemisches Versagen“ vor und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Abducken aus der Verantwortung vor. Als er mehrfach das FBB-Management attackiert, kam es fast zum Eklat kam. Er stehe für sachliche Fragen zur Verfügung, lasse sich aber nicht beschimpfen, sagte Lütke Daldrup. „Der Geschäftsführung fehlt es nicht an Mut.“ Er verwies auf die schmerzhafte Einsicht, den BER erst 2020 eröffnen zu können. Und er betonte, wie bereits in einem PNN-Interview, dass man alle eigenen Möglichkeiten versuche, aber ohne die Hilfe der Gesellschafter die Lücke von „weniger als einer Milliarde Euro“ nicht geschlossen werden kann. Fölster allerdings sprach kurz darauf wieder „von einer Milliarde“.

Bis März will die Flughafengesellschaft – das ist auch eine Forderung des Aufsichtsrates – ein neues Finanzierungskonzept vorlegen, das auch schmerzhafte Einschnitte vorsieht. Trotz anhaltenden Passagierwachstums kappe man fast komplett den geplanten Stellenzuwachs, sparen einhundert Stellen ein, was zu Belastungen im Unternehmen führe. Es sei aber nötig, so Lütke Daldrup, „in einer Situation, wo wir die Gesellschafter um Hilfe bitten müssen.“ Th.Metzner

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