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  • 04.01.2018
  • von Frank Jansen, Sigrid Kneist

Berlin-Mariendorf: Pläne für Mariendorfer Moschee werden überarbeitet

von Frank Jansen, Sigrid Kneist

Ein Arbeiter putzt ein Minarett einer Moschee in Kreuzberg. Für das Haus in Süd-Berlin gibt es noch keinen öffentlichen Entwurf. Foto: Michael Hanschke dpa/lbn

Das islamische Kulturzentrum in Alt-Mariendorf soll eine Moschee und eine Kita enthalten. Der Bezirk kritisiert die Entwürfe für Minarett und Kuppel.

In Mariendorf ist ein islamisches Kulturzentrum geplant. Unweit vom U-Bahnhof Alt-Mariendorf in der Friedenstraße sollen unter anderem eine Moschee und eine Kita entstehen. Einen entsprechenden Bauvorbescheid hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bereits im Mai 2014 erteilt und im vergangenen Mai für ein weiteres Jahr verlängert.

Aber bislang liegt noch kein Bauantrag vor, wie aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Frank-Christian Hansel hervorgeht. Die alten, baufälligen Gebäude auf dem Grundstück sind schon seit längerem abgerissen.

Entwurf wird überarbeitet

Die Planungen sehen einen viergeschossigen Bau für das Kulturzentrum sowie eine Moschee mit Minarett vor. Beim Stadtentwicklungsamt des Bezirkes gibt es den Angaben zufolge städtebauliche Bedenken bei den Bauplanungen der Kita, des rituellen Waschplatzes, der Moscheekuppel und des Minaretts. Der Architekt überarbeite derzeit den Entwurf.

Bereits im Sommer hatte die rechtsextreme "Identitäre Bewegung" gegen den Bau der Moschee protestiert. Sie brachte an der Straße ein großes Banner mit dem Schriftzug „Islamisierung? Nicht mit uns!“ an. Betreiber des Bauprojekts ist der Verein „Islam Vakfi“. Recherchen des Tagesspiegels ergaben, dass sich der Verein offenbar in einem Geflecht befindet, zu dem auch mutmaßliche Islamisten gehören.

Zu Islam Vakfi gehört der Mariendorfer Moschee e.V. Er betreibt in einem Flachbau ein Gotteshaus am Mariendorfer Damm. Die Mariendorfer Moschee steht allerdings auch auf der Liste von Moscheegemeinden, die der Islamischen Föderation in Berlin (IFB) angehören.

In der Liste finden sich ebenfalls Vereine, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, darunter die „Neuköllner Begegnungsstätte“, auch bekannt als Dar-as-Salam-Moschee, sowie das „Interkulturelle Zentrum für Dialog und Bildung e.V.“. Bei beiden Vereinen sieht der Verfassungsschutz Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft.

Der Schatzmeister von Islam Vakfi, Niyazi Ünal, sagte auf Anfrage, sein Verein sei nicht Mitglied der Islamischen Föderation. Diese sei nur Mieter bei Islam Vakfi. Der Verein und die Föderation haben ihren Sitz in Kreuzberg in der Boppstraße 4.

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