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  • 04.01.2018
  • von Madlen Haarbach

Pyro-Angriff in Berlin-Neukölln: Kiezinstanz Musik-Bading durch Feuer zerstört

von Madlen Haarbach

Rettungskräfte beim Einsatz vor der alteingesessenen Musikalienhandlung. Foto: Christophe Gateau/dpa

Seit April 1919 war Musik-Bading in Berlin-Neukölln eine Institution. Nun brannte das Geschäft in der Silvesternacht aus. Eine Wiedereröffnung wird es wohl nicht geben.

In der Silvesternacht ist das Neuköllner Traditionsgeschäft Musik-Bading komplett ausgebrannt. Aus einer Gruppe von 50 Personen heraus sollen zwei Angreifer die Ladentür eingeschlagen und Pyrotechnik hineingeworfen haben, die den Brand auslöste. Drei Frauen mussten von der Feuerwehr aus ihren Wohnräumen im Gebäude gerettet werden, zwei kamen zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Die Musikalienhandlung ist seit ihrer Eröffnung am 1. April 1919 eine Institution im Kiez. Gründer Erich Bading entstammte einer alten Rixdorfer Bürgerfamilie und war leidenschaftlicher Musiker. Zuletzt führte seine Tochter Brünhilde Schibille mit mittlerweile über 90 Jahren das Geschäft.

Mit Instrumenten, Schallplatten und Notenblättern bot Musik-Bading Musikliebhabern ein breites Angebot. Nun steht die Familie, der auch das dazugehörige Mietshaus gehört, vor den Trümmern ihrer Existenz. Mitarbeiter Dieter Götz, bereits selbst Rentner, hat wenig Hoffnung auf eine Neueröffnung: „Wir wollten eigentlich im nächsten Jahr unser 100-jähriges Jubiläum feiern“, sagt er, „aber nun ist von unseren Räumen und dem Inventar nichts mehr zu retten.“

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