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Themenschwerpunkt:

Rechtsextremismus

  • 29.12.2017
  • von Alexander Fröhlich

Vor Sachsen und Sachsen-Anhalt: Brandenburg Hochburg rechter Gewalt

von Alexander Fröhlich

Foto: dpa

Laut einer Dokumentation der Amadeu Antonio Stiftung und von Pro Asyl ereignen sich in keinem Bundesland so viele rechte Gewalttaten wie in Brandenburg.

Potsdam - Brandenburg ist im zu Ende gehenden Jahr laut einer Dokumentation der Amadeu Antonio Stiftung und von Pro Asyl Hochburg rassistischer Gewalt. In keinem anderen Bundesland hat es – nach der Einwohnerzahl – mehr Straftaten gegen Flüchtlingen und deren Unterkünfte gegeben. Der Chronik zufolge führt Brandenburg trotz rückläufiger Zahlen mit 85 Fällen je eine Million Einwohner die Liste an – vor Sachsen (61 Fälle) und Sachsen-Anhalt (55 Fälle). Die nach Einwohnerzahl wenigsten Fälle gab es in Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Nach der Chronik waren es insgesamt 211 Fälle in Brandenburg. Ausgewertet wurden Zeitungsberichte, Mitteilungen der Polizei sowie Meldungen regionaler Opfer-Beratungsstellen. Daher weicht die Chronik von der Polizeistatistik ab. Dennoch bestätigen die offiziellen Zahlen den Trend: Bis zum Ende des dritten Quartals sind in Brandenburg von der Polizei 196 Übergriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte registriert worden. Das wären knapp 79 Fälle je eine Million Einwohner.

Deutschlandweit zählten die Stiftung und Pro Asyl 1713 gegen Flüchtlingen gerichtete Straftaten und Vorfälle, darunter 23 Brandanschläge und 1364 sonstige Übergriffe wie Sprengstoffanschläge, Steinwürfe, Schüsse und Hakenkreuz- Schmierereien. Zudem sind 326 Gewalttaten etwa mit Messern, Schlag- oder Schusswaffen dokumentiert. 2016 waren es 3768 flüchtlingsfeindliche Vorfälle.

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