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Flughafen

  • 14.12.2017
  • von Thorsten Metzner

Flughafen Berlin-Brandenburg: Laute Rufe nach Plan B

von Thorsten Metzner

Die stufenweise Eröffnung des BER wird derzeit auch in der Politik diskutiert. Foto: P. Pleul/dpa

Während Flughafenchef Lütke Daldrup eine stufenweise Eröffnung des Flughafens ausschließt, diskutiert die Politik einen BER-Start ohne Terminal.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) legt Wert auf den Rat dieses Mannes, der bereits vor der geplatzten Eröffnung 2012 Missmanagement am BER anprangerte und nichts mehr werden will: Nun fordert der frühere Brandenburger SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert „einen Neuanfang, einen Schnitt, einen Plan B für den BER“, wie er den PNN am Mittwoch sagte. Auslöser sind die Entwicklungen, dass der BER nicht vor Herbst 2020 eröffnen wird und wieder mindestens eine halbe Milliarde Euro mehr kosten soll. Danckert unterstützt damit den Vorstoß des Grünen-Bundestagsfraktionschefs Anton Hofreiter, der jüngst einen radikalen Kurswechsel am BER gefordert hatte. Nämlich einen Plan B mit einer zügigen stufenweisen Teil-Inbetriebnahme mit Low-Cost-Abfertigungshallen, „für eine nötige Übergangszeit, bis das Terminal fertig ist, aber auch für den Fall, dass der BER so unter Umständen gar nicht eröffnet werden kann“.

Auch Danckert sagt: „Es muss im Interesse der Gesellschafter sein, kurzfristig einen Plan B zu entwickeln.“ Die Idee Hofreiters sei richtig, mit preiswerten Abfertigungshallen – angedockt an Nordpier und Südpier, beide fertig – Passagiere abzufertigen. Und Danckert hält wie Hofreiter die Ausgliederung des BER in eine neue professionelle Bau- und Projektgesellschaft für nötig, mit einem kleinen Aufsichtsrat, während sich die FBB unter Manager Engelbert Lütke Daldrup allein um den Betrieb der Flughäfen kümmern könnte. Die FBB sei mit ihren Strukturen nicht in der Lage, den BER bis 2020 fertig zu bauen, so Danckert.

Am alten Schönefelder Airport hat eine solche Leichtbauhalle (D2), mit Sicherheitsschleuse, drei Gepäckbändern und einer normalen Innenausstattung, rund zehn Millionen Euro gekostet. Für 25 Millionen Euro könne man so an den BER-Seitenflügeln kurzfristig Passagiere abfertigen, hieß es aus Gesellschafterkreisen. „Ich denke, dass der Aufsichtsrat auch solchen Fragen nachgehen wird“, sagte die SPD-Abgeordnete Jutta Lieske, die Vorsitzende des BER-Ausschusses in Brandenburgs Landtag. Der Herbst 2020 als BER-Eröffnungsdatum überrasche sie jedenfalls nicht. „Man muss Alternativen prüfen, weil niemand garantieren kann, wann das Terminal in Betrieb geht“, sagte auch Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. Es sei Zeit, über einen Plan B, ja selbst über eine Entkernung des Terminals nachzudenken. Allerdings gibt es gegenüber Interims-Ideen auch Bedenken und Skepsis. „Auch das löst kein Problem“, warnte der CDU-Abgeordnete Rainer Genilke. Zudem seien Nord- und Südpier mit dem Hauptterminal verbunden und kaum zu trennen, außerdem könnten Passagiere den Bahnhof nicht nutzen und die FBB bräuchte dann drei Flughafenfeuerwehren. An einen Start 2020 glaubt auch Genilke nicht. „Das wird wieder verschoben.“

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