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  • 02.12.2017
  • von Michael Graupner

Der Tagesspiegel-Adventskalender: Die zweite Tür erzählt von alten Zeiten

von Michael Graupner

Was verbirgt sich hinter der Tür am Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I.? Foto: Klaus Laternser

Bis zum 24. Dezember öffnen wir täglich Berliner Türen - und berichten, was sich dahinter befindet. Nummer zwei erzählt von alten Zeiten.

Diese Tür liegt unterhalb des Werderschen Marktes in Mitte, an der Nordostseite der Schleusenbrücke direkt über der Wasseroberfläche des Spreekanals. Und sie führt in ein Stück deutscher Geschichte: 22. März 1897, Kaiser-Deutschland feiert – 100 Jahre Wilhelm I. Im ganzen Land wird des ehemaligen Kaisers und Reichsgründers gedacht.

Wilhelm II., sein Enkelsohn und aktueller Kaiser, macht ihm ein besonderes Geschenk. Ein Nationaldenkmal von bombastischem Ausmaß: 21 Meter ragt es in die Höhe. Wilhelm reitet auf einem Bronzepferd in Richtung Stadtschloss. Begleitet von vier Siegesgöttinnen, Löwen und zahlreichen anderen Tieren.

Schnell erhält es den Spitznamen „Zoo von Wilhelm zwo“. Für die Last von 700 Tonnen hat der Architekt Reinhold Begas riesige Stützgewölbe unter dem Sockel des Denkmals angelegt. Zu diesen führt unsere heutige Tür. Das Gewölbe steht mittlerweile leer, ein paar Fledermäuse haben sich dort einquartiert. Auf dem Sockel sollte längst das Einheitsdenkmal wippen. Doch die Fledermäuse und die zu hohen Kosten verhinderten das – vorerst. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Vielleicht wird hier zum 300. Geburtstag von Wilhelm I. gewippt.

Berlin als Adventskalender: Wo führt eigentlich diese kleine schwarze Tür unterhalb des Humboldt Forums hin? Unscheinbar liegt sie im alten Mauerwerk direkt über der Wasseroberfläche am Spreekanal, über ihr wächst gerade der Neubau des Berliner Schlosses in die Höhe. Was sich hinter diesem Eingang verbirgt, erzählen wir an einem der kommenden 24 Tage, wie auch die Geschichten hinter 23 anderen Berliner Türen. In diesem Sinne laden wir Sie zu einer Entdeckungsreise durch Berlin ein und wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit. Türchen Nummer eins führte bereits nach Schöneberg.

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