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  • 10.11.2017
  • von Alexander Fröhlich

Brandenburg : Umfrage: SPD nach Absage an Kreisreform auf Rekordtief

von Alexander Fröhlich

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist am heutigen Mittwoch mit einer Delegation nach London aufgebrochen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Die SPD rutscht weiter ab. Nach eine Umfrage der MAZ käme sie nur noch auf 25 Prozent - ein Rekordtief. Rot-Rot hätte keine eigene Mehrheit mehr.

Potsdam - Nach der Absage der Kreisgebietsreform in Brandenburg hat die regierende SPD an Zustimmung verloren – und ist auf einen historischen Tiefststand seit dem Jahr 1990 abgerutscht. Wäre am Sonntag Landtagswahl, hätte die rot-rote Regierungskoalition trotz Zuwächsen für die Linke keine eigene Mehrheit mehr.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage  des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“. Die SPD käme im Falle einer Landtagswahl jetzt nur noch auf 25 Prozent der Stimmen. Bei einer Umfrage im Januar waren es 30 Prozent, bei der Landtagswahl im September 2014 noch 31,9 Prozent.  Erstmals  sei auch eine Mehrheit der Brandenburger von 51 Prozent unzufrieden mit der Arbeit des Kabinetts von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Der Koalitionspartner der SPD, die Linke, legte  dagegen zu. Gegenüber der Januar-Umfrage der MAZ konnte sich die Linke um drei Punkte auf 18 Prozent verbessern. Die oppositionelle CDU gewann im Vergleich zur Januar-Erhebung einen Prozentpunkt hinzu und kam auf 22 Prozent (Landtagswahl: 23 Prozent). Die AfD lag unverändert bei 18 Prozent. Die Grünen verloren im Vergleich zu Januar ein Prozent und lagen jetzt bei sechs Prozent. Die FDP erreichte fünf Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als im Januar 2017.

Traditionell schneidet die SPD bei MAZ-Umfragen im Vergleich zu Umfragen des RBB besser, die CDU schlechter ab. Eine Umfrage des RBB vom Juni sah für die SPD mit 28 Prozent bereits starke Verluste. Bislang errang die SPD bei den Landtagswahlen seit 1990 stets mehr als 30 Prozent. Bei der RBB-Umfrage vom Sommer hatte die CDU leicht auf 25 Prozent gelegt. Bei der Wahl 2014 errang sie noch 23 Prozent.

Entscheidend für das neue Umfrage-Dekabel ist wohl die Kreisreform. Insgesamt 74 Prozent der Befragten halten der Umfrage zufolge denn Stopp der Reform für richtig. Die Skepsis in die handwerklichen Fähigkeiten der Woidke-Regierung überwiege, hieß es.  Das von Woidke verkündete Aus für die Reform werde aber von vielen Brandenburgern eher als Notbremse und nicht als zuverlässiges politisches Handeln ausgelegt.  (mit dpa)

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