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  • 10.11.2017
  • von Sophie Krause

Berlin-Neukölln: Wie Marzipan Schülern zum Schulabschluss verhelfen soll

von Sophie Krause

Eröffnung der Ohde-Marzipan-Boutique in der Uhlandstraße: Gesellschafter Andreas Kämpf, Hamid Djadda, Bezirksbürgermeister Franziska Giffey (SPD) und Reinhard Naumann (SPD). Foto: Konstantin Gastmann

Eine Marzipan-Boutique in Charlottenburg soll Problemschüler in Neukölln unterstützen. Der Unternehmer nennt den Bezirk die „Welthauptstadt des Marzipans“.

Ein kleines Marzipan-Geschäft in der Charlottenburger Uhlandstraße soll Neuköllner Schülern künftig zum Schulabschluss verhelfen. Die Idee dazu stammt vom Neuköllner Unternehmer Hamid Djadda, der am vergangenen Freitag seine „Ohde Boutique“ in der Nähe des Kurfürstendamms eröffnete, mitten im Kiez der Westberliner Schickeria.

„Neukölln ist die Welthauptstadt des Marzipans“, sagt Djadda, der schon eine Blechschild-Manufaktur gründete und die Avus-Tribünen zur Event-Location machen will. Nirgendwo sonst werde so viel Marzipanrohmasse wie in Neukölln hergestellt. Nämlich 20.000 Tonnen jährlich.

Da er in der Souvenirbranche tätig sei, wo Berliner Luft neben Rausch-Schokolade und eben Lübecker Marzipan stehe, fand Djadda: „Das passt gar nicht!“ Und so kam die Idee, das weitgehend unbekannte Neuköllner Marzipan in die Welt zu exportieren. Zusammen mit „Curry-Paule“ Andreas Kämpf wurde er Gesellschafter von Ohde Marzipan.

„Eine Botschaft aus Neukölln“

Der Gewinn aus den handgemachten Marzipanpralinen geht zu 51 Prozent in die noch zu gründende Ohde-Stiftung, die zunächst die Neuköllner Kepler-Schule unterstützen soll. Die Sekundarschule hat wegen ihrer hohen Abbrecherquote und zum Teil schwierigen Schülern nicht den besten Ruf. In Neukölln blieb zuletzt jeder achte Schüler ohne Schulabschluss. Berlinweit war es nur jeder vierzehnte.

Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) gratulierte zur Eröffnung: „Diese feine Praline ist eine Botschaft aus Neukölln, dass unser Bezirk nicht nur aus Problemen besteht, sondern auch süß, zart und wohlschmeckend sein kann“, sagte sie und überreichte als Eröffnungsgeschenk den Mini-Buddybären „Rixi“, der für Frieden und Freundschaft steht und im Großformat vor dem Rathaus Neukölln residiert.

Charlottenburg-Wilmersdorfs Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) lobt die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Bezirke. Von der Eröffnung weiterer Ohde-Filialen profitiert auch Charlottenburg-Wilmersdorf. Naumann outete sich schließlich als großer Marzipanfan: „Ich wünsche mir, dass Ihnen die Bude eingerannt wird.“

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