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  • 10.11.2017

Rechnen mit syrischer Lehrerin Einzigartiges Programm in Brandenburg

Potsdam - Seit dem 1. Oktober unterrichtet Alesar Saed an der Grundschule, als Assistentin von Klassenlehrerin Katrin Heinrichs. „Ich bin unendlich froh, wieder in meinem geliebten Beruf zu arbeiten“, sagte die 30-Jährige, die im Herbst 2015 aus Syrien nach Potsdam kam. Saed hat mit 25 weiteren Flüchtlingen an der Universität Potsdam drei Semester lang an einem Vorbereitungsprogramm für Lehraufgaben teilgenommen.

„Unser Refugee Teacher Programm ist in Deutschland bislang einzigartig“, sagte der Präsident der Universität Potsdam, Oliver Günther, am Donnerstag in der Goethe-Grundschule in Potsdam. Initiiert wurde das Programm, in dem inzwischen rund 100 Flüchtlinge drei Semester lang Deutsch lernen und auf den Unterricht vorbereitet werden, von Professorin Miriam Vock. Aufgenommen werden Flüchtlinge, die eine Universitätsausbildung und in ihrem Heimatland bereits als Lehrer gearbeitet haben. Das Brandenburger Wissenschaftsministerium fördert das Programm bis 2019 mit mehr als 800 000 Euro.

Die größte Hürde für die Refugee-Teacher ist die Sprache. Trotz intensiven Unterrichts schafften von 26 Teilnehmern des ersten Kurses nur zwölf die notwendige Sprachprüfung der Stufe C1. „Damit können Sie an einer deutschen Universität studieren“, erläuterte Vock den hohen Anspruch an die Flüchtlinge. Sechs Hilfslehrer unterrichten an Potsdamer Grund- und zwei an Oberschulen.

Auch für die erfolgreichen Absolventen ist nicht klar, wie es weitergeht. Saed und ihre Kollegen haben zunächst nur einen befristeten Vertrag für ein Jahr. „Auf welchem Weg sie regulär in den Schuldienst übernommen werden können, ist noch nicht geklärt“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Möglicherweise müssen sie wie in Deutschland vorgeschrieben noch ein zweites Fach studieren oder noch einmal den Vorbereitungsdienst absolvieren.“ dpa

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