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  • 25.07.2017
  • von dpa

Arbeitsmarkt in Brandenburg: Fachkräftemangel weitet sich aus

von dpa

Kurz vor Beginn einer Kabinettsitzung in der Brandenburger Staatskanzlei am 20.09.2016 in Potsdam (Brandenburg) steigt Sozialministerin Diana Golze (Die Linke) mit Akten in den Händen aus ihrem Dienstwagen. Sie stellt das Betriebspanel Brandenburg 2016 vor. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Es trifft fast alle Brandenburger Betriebe: offene Stellen können kaum besetzt werden. Das Finden von Fachkräften ist ein ernstzunehmendes Problem.

In vielen Brandenburger Betrieben wird die Suche nach qualifiziertem Personal immer mehr zum Lotteriespiel. "Jede dritte offene Fachkräftestelle konnte nicht besetzt werden", sagte Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) am Montag in Potsdam. Mehr als jedem zweiten Betrieb gelang es nicht, den Bedarf zu decken. Im Westen Deutschlands waren es 42 Prozent der Unternehmen.

Gerade kleinere Firmen suchten händeringend Fachleute (53 Prozent), Großbetriebe hätten es weniger schwer (13 Prozent), ergab das jährliche Betriebspanel. Dafür wurden von Juli bis Oktober 2016 insgesamt 1015 Betriebe zur wirtschaftlichen Lage und Beschäftigung von der TNS Infratest Sozialforschung befragt. Die Daten wertete das Institut für ökonomische Strukturanalysen aus.

Fachkräftemangel: Vor allem Dienstleistungsberufe betroffen

Nach Angaben von Golze sind vor allem das Baugewerbe und der Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen wie Wohnungswesen oder Rechts- und Steuerberatungen betroffen. "Wir brauchen mehr Ausbildung, um den Bedarf zu decken", sagte sie. Mittlerweile hätten 54 Prozent der Firmen dafür eine Berechtigung, tatsächlich bildeten 41 Prozent aus. Damit liege Brandenburg unter dem ostdeutschen Durchschnitt (46 Prozent).

Golze appellierte an die Firmen, aktiv zu werden, Nachwuchs auszubilden oder in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren. Im Vorjahr seien 70 Prozent der Auszubildenden übernommen worden.

Brandenburg bei Löhnen erst in 30 Jahren auf Westniveau?

Der Rückgang der Tarifbindung konnte nach Angaben der Ministerin mittlerweile gestoppt werden. Die Hälfte aller Beschäftigten erhalten derzeit im Land Tariflohn, im Westen sind es 58 Prozent.

Brandenburg braucht nach Ansicht von Golze noch 30 Jahre, um das Westniveau beim Bruttodurchschnittslohn zu erreichen. 2016 habe der durchschnittliche Verdienst im Monat bei 2600 Euro und damit bei 81 Prozent des Westniveaus gelegen, sagte sie. "Wir schließen langsam auf, aber wenn das Tempo so weiter geht, brauchen wir 30 Jahre, bis wir ausgeglichen haben", sagte sie. Im Westen seien durchschnittlich 3230 Euro und im Osten 2640 Euro gezahlt worden.

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