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Rechtsextremismus

  • 17.07.2017
  • von René Garzke

Rechtsextremismus in Brandenburg: Cottbus: Linksjugend von Neonazis bedroht

von René Garzke

Foto: Lukas Schulze/dpa

Jungpolitiker mussten Stand in Cottbus räumen. Neonazis hatten ihnen offenbar gedroht: "Ich prügel euch zu Krüppeln!“

Cottbus - Nachwuchspolitiker der Linksjugend sind am vergangenen Donnerstag offenbar von Neonazis bedroht worden und mussten daraufhin einen Infostand in Cottbus abbrechen. Wie die Linke-Jugendverband jetzt auf PNN-Anfrage mitteilte, gingen die Rechtsextremisten dabei äußerst aggressiv vor. Es fielen Sätze wie „Ihr Rotfaschisten“ oder „Ich prügel euch zu Krüppeln“. Außerdem sollen die Neonazis gedroht haben: „Wenn ihr nicht gleich weg seid, zünden wir euer Zelt an.“

Die zwei Neonazis sind nach Angaben der Linksjugend anschließend weitergezogen, drohten aber, wiederzukommen. Die beiden Mitglieder des Linke-Nachwuchs sahen sich deshalb gezwungen, ihren Stand „umgehend abzubauen“. Eine Strafanzeige haben sie allerdings noch nicht gestellt, die Polizei hat deshalb noch keine Kenntnis von dem Fall, sagte eine Behördensprecherin den PNN. „Wir prüfen derzeit mit unserem Anwalt eine Strafanzeige wegen Bedrohung und Beleidigung gegen unbekannt zu stellen“, sagte die Landesgeschäftsführerin der Linksjugend, Iris Burdinski. 

Neonazis in Cottbus zunehmend offensiv

Wie berichtet treten die Neonazis in Cottbus seit Jahresbeginn zunehmend offensiv auf. Mitte Januar waren nachts mehr als 100 vermummte Rechtsextremisten mit Fackeln durch die Innenstadt marschiert – unangemeldet. Die Polizei konnte nichts ausrichten, kam zu spät. Nur drei Neonazis konnten dingfest gemacht werden.

In der Folge gründete die Polizei eigens eine Ermittlungsgruppe. Schnell gerieten dabei auch rechtsextreme Hooligans des FC Energie Cottbus in den Fokus. Gemeinsame Recherchen von PNN und rbb hatten dann Anfang Mai aufgedeckt: Die Neonazis – organisiert in der Gruppe „Inferno Cottbus“ – haben ein kriminelles Netzwerk aufgebaut, schüchtern gezielt andere Energie-Fans ein. Nur einen Tag nach den Berichten gab Inferno bei Facebook dann seine Auflösung bekannt. Im Fokus der Ermittler stehen sie aber nach wie vor, sagte Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Dass die Gruppe nicht mehr auf Facebook aktiv ist, bedeutet nicht, dass es sie nicht mehr gibt. 

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