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Themenschwerpunkt:

Rechtsextremismus

  • 27.06.2017
  • von Yvonne Jennerjahn

Brandenburg: Wegen KZ-Tattoo verurteilter Neonazi Zech in Haft

von Yvonne Jennerjahn

Für sein KZ-Tattoo sitzt Marcel Zech (NPD) nun im Gefängnis. Foto: Facebook NPD/Privat, Montage: Andreas Klaer

Der Brandenburger NPD-Politiker Marcel Zech wurde wegen seines KZ-Tattoos verurteilt. Nun sitzt er für acht Monate im Gefängnis.

Neuruppin - Der wegen seines öffentlich gezeigten KZ-Tattoos verurteilte Brandenburger Neonazi Marcel Zech sitzt im Gefängnis. Der NPD-Funktionär, der für die rechtsextreme Partei unter anderem in den Kreistag Barnim gewählt wurde, habe seine achtmonatige Haftstrafe inzwischen angetreten, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Winfried Lehmann dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag in Neuruppin. Das brandenburgische Oberlandesgericht hatte das Urteil des Landgerichts Neuruppin im April bestätigt und den Revisionsantrag von Zech als offensichtlich unbegründet verworfen.

"Jedem das Seine" im Schwimmbad in Oranienburg gezeigt

Zech hatte im November 2015 in einem Schwimmbad in Oranienburg die Tätowierung der Silhouette des Vernichtungslagers Auschwitz und des Schriftzugs „Jedem das Seine“ vom Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald öffentlich gezeigt. Das Personal war zunächst nicht dagegen eingeschritten. Ein Besucher des Schwimmbades hatte das Tattoo im unteren Rückenbereich des Neonazis fotografiert, das Bild über die sozialen Netzwerke verbreitet und den Vorfall so bekanntgemacht.

Das Amtgericht Oranienburg hatte Zech wegen Volksverhetzung im Dezember 2015
in einem beschleunigten Verfahren zu sechs Monaten Haft verurteilt, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Die Berufungsinstanz in Neuruppin hatte das Urteil im November 2016 verschärft und eine Bewährungsstrafe ausgeschlossen.

Kein Zweifel, was Zech mit dem KZ-Tattoo ausdrücken wollte

Der vorsitzende Richter Jörn Kalbow hatte zur Urteilsbegründung in Neuruppin gesagt, es bestehe kein Zweifel daran, was der Angeklagte mit seinen Tätowierungen zum Ausdruck bringen wolle. Die Haftstrafe könne trotz einer „schwach positiven Sozialprognose“ nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, weil auch mögliche Nachahmereffekte für potenzielle weitere Täter berücksichtigt werden müssten. Eine Bewährungsstrafe könnte zudem in der Bevölkerung als mögliches „Zurückweichen vor dem Rechtsradikalismus“ verstanden werden. (Az.: 14 Ns 356 Js 34867/15)

Die PNN hatten damals enthüllt, dass es sich um Zech handelt, nachdem ein Journalist ein Foto von dem Tattoo publik gemacht hatte. Zech ist Mandatsträger im Kreistag des Landkreises Barnim und in der Gemeindevertretung Panketal. (epd/PNN)

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