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Bundestagswahl 2017

  • 04.05.2017
  • von Marco Zschieck

Prognose zur Bundestagswahl in Brandenburg: Schulz-Effekt verpufft: Vorsprung der SPD in Potsdam schrumpft

von Marco Zschieck

Saskia Ludwig (r., CDU) und Manja Schüle (SPD) wollen das Direktmandat im Potsdamer Wahlkreis zur Bundestagswahl 2017 holen. Fotos: promo

In Potsdam liegen die Sozialdemokraten in den Prognosen zur Bundestagswahl nicht mehr deutlich vorn. Auch landesweit schwächelt die Partei. Die meisten Wahlkreise würde die CDU holen.

Der positive Trend für die SPD nach der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten scheint sich offenbar zu drehen – auch in Potsdam. Das geht aus der aktuellen Prognose des Internetportals election.de für die Bundestagswahl im September hervor. Im Bundestagswahlkreis 61, zu dem neben der Stadt Potsdam auch Gebiete von Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming gehören, haben die Sozialdemokraten demnach zwar noch einen Vorsprung.

Bei der vorangegangenen Prognose im März wurde ihnen aber noch das Direktmandat als wahrscheinlich zugesprochen. Die Wahlkreisprognose berücksichtigt neben aktuellen Umfragen auch langfristige Trends. Genaue Zahlen nennt election.de nicht. Stattdessen teilt es die 299 deutschen Wahlkreise in drei Kategorien ein: „Vorsprung für eine Partei“, „Sieg für eine Partei wahrscheinlich“ und „Sieg für eine Partei sicher“.

Ob die SPD das Direktmandat erobern kann, ist fraglich

Die Führung für die SPD in Potsdam schrumpft also wieder und liegt nun etwa auf dem Niveau von Februar – kurz nach Schulz’ Nominierung. Im November hatte noch die CDU in Potsdam vorn gelegen. Ob SPD-Kandidatin Manja Schüle das Potsdamer Direktmandat zurückerobern kann, scheint nun fraglich. Die Partei hatte den Wahlkreis bei der letzten Bundestagswahl im September 2013 erstmals an die CDU-Kandidatin Katherina Reiche verloren. Doch diese gab ihr Mandat im September 2015 auf, um Geschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen zu werden.

An Reiches Stelle als Direktkandidatin tritt mit der Ex-Landesvorsitzenden Saskia Ludwig eine Kritikerin der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel an. Ludwig ist im Gegensatz zum Kandidaten der Linken – dem Bundestagsabgeordneten Norbert Müller – nicht über einen Listenplatz abgesichert. Die Landes-CDU setzte sie auf Platz acht der Landesliste. Bei der SPD wird am 20. Mai über die Listenplätze entschieden. Vom SPD-Landesvorstand wird Schüle für Platz 3 auf der Landesliste vorgeschlagen, womit sie ebenfalls abgesichert sein könnte, falls es mit dem Potsdamer Direktmandat nicht klappt. Annalena Baerbock (Grüne) und Linda Teuteberg (FDP) treten ebenfalls als Direktkandidatinnen an, dürften aber keine Chance in Potsdam haben. Sie müssen darauf hoffen, als Spitzenkandidatinnen ihrer Parteien auf der Landesliste - bei Baerbock erneut - in den Bundestag zu kommen.

In sechs von zehn Wahlkreisen hat die CDU einen Vorsprung

Auch im Nachbarwahlkreis 60, zu dem neben Teilen Potsdam-Mittelmarks auch die Stadt Brandenburg/Havel gehört, liegt die SPD nicht mehr deutlich vorn: Anders als im März wird sie nicht mehr in der Kategorie „Sieg wahrscheinlich“ geführt. In dem Wahlkreis tritt nach dem Rückzug von Außenminister Frank-Walter Steinmeier wegen seines Wechsels in das Amt des Bundespräsidenten nun Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg für die brandenburgische SPD an. Gegen ihn kandidiert für die CDU die langjährige Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann.

Auch brandenburgweit hat die SPD ihre Führung in den Wahlkreisen eingebüßt. Von zehn Wahlkreisen sieht election.de nun in sechs die Christdemokraten im Vorteil. Im Wahlkreis Elbe-Elster sieht election.de einen Sieg der CDU als wahrscheinlich an. Die SPD liegt in drei Wahlkreisen vorn – im März waren es noch sieben. Im Wahlkreis Märkisch-Oderland führt die Linke.

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