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Braunkohle

  • 24.04.2017
  • von Rochus Görgen

Braunkohle in Brandenburg: Zu hohe Arsen-Werte im Schlamm von Spree-Fließen

von Rochus Görgen

Zu hohe Arsenwerte. Rötlich-braunes eisenhaltiges Grundwasser, das vom Tagebau Welzow-Süd kommt, fließt am den Haidemühler Graben nahe Welzow (Brandenburg) entlang. Foto: R. Hirschberger/dpa

Eisenrückstände in der Spree in der Lausitz sorgen seit Jahren für Ärger. Jetzt haben Umweltschützer eine Untersuchung vorgestellt, wonach im Schlamm von Fließen auch Arsenwerte überhöht sind.

Im Schlamm der Spree-Fließe rund um den Tagebau Welzow-Süd in der brandenburgischen Lausitz sind die Arsen-Werte nach einer Untersuchung der Umweltschutzorganisation BUND teils deutlich überhöht. Auch bei Kupfer, Nickel und Zink seien die Werte mehrfach überschritten worden, teilte BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat am Montag in Potsdam mit.

Ursachen liegen im Braunkohleabbau

Der untersuchte, stark eisenhaltige Schlamm war laut BUND aus den Fließen ausgebaggert und daneben abgelagert worden. Diese regulären Arbeiten erfolgten unabhängig von der Bekämpfung des Eisenhydroxids, das seit Jahren immer wieder zu einer Braunfärbung der Spree in der Region führte. Die Ursachen der Belastung sind laut BUND wie auch beim Eisen vor allem auf den Braunkohleabbau und den dabei verursachten Änderungen am Grundwasser zurückzuführen.

Nach der Untersuchung eines Labors im Auftrag des BUND lag der Wert für Arsen bei vier Untersuchungen zwischen 21 und 95 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse. Erlaubt wären nach diesen Angaben lediglich 20 Milligramm bei Material, das als Baggergut wieder in die Umwelt gebracht wird. Die Naturschützer forderten jetzt weitere Analysen und gegebenenfalls die Entsorgung des Schlamms als Sondermüll.

Ernorme Belastung für Flora und Fauna

"Die derzeitige Praxis, ökologisch sensible Gebiete als ,Absetzbecken' für Eisenocker zu nutzen, ist schon an sich höchst problematisch und stellt eine enorme Belastung für Flora und Fauna dar", erklärte die bergbaupolitische Sprecherin der Grünen, Heide Schinowsky, in einer Stellungnahme. "Als Überwachungsinstanz ist das Brandenburger Landesbergamt jetzt dringend gefordert, dem nachzugehen."

Ein Sprecher des Bergbausanierers LMBV, der weiter nördlich als in der vom BUND untersuchten Region tätig ist, sagte, bei Abbaggerungen von Schlamm gebe es auch immer behördlich überwachte Messungen. Wenn die Konzentration etwa von Schwermetallen zu hoch sei, werde das Material als Sondermüll entsorgt. Die LMBV bekämpft am südlichen Rand des Spreewaldes die Eisenbelastung des Wassers. (dpa)

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