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Flughafen

  • 23.01.2017
  • von Thorsten Metzner

Erneute BER-Verschiebung: „Wir planen doch keine Mondlandung“

von Thorsten Metzner

Von außen machen das Terminalgebäude und das Nebengebäude des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt in Schönefeld einen guten Eindruck. Foto: dpa

Neue Probleme und unabgesprochene Verschiebung des Starts: Nicht nur Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke fragt sich: Was ist los am BER?

Schönefeld/Potsdam - Nach der offiziellen Absage des BER-Starts 2017 wollen die Verantwortlichen den neuen Flughafen nun 2018 in Betrieb nehmen. Das bekräftigte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Sonntag. Er wies Befürchtungen zurück, dass wegen der Bauprobleme im Terminal womöglich sogar erst 2019 oder 2020 eröffnet werden könne. „Es entbehrt jeder Grundlage, über 2019 oder 2020 zu diskutieren. Es gibt dafür keine Indikationen“, sagte Mühlenfeld den PNN.

Zugleich irritiert das Agieren des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft der Länder Berlins, Brandenburgs und des Bundes ist, die Mitgesellschafter. Dass Müller am Vortag auf einer Klausur der Berliner SPD-Fraktion in Erfurt den Termin 2017 absagte, überraschte die BER-Miteigentümer und Mühlenfeld. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kritisierte den Alleingang. „Ich hätte mir gewünscht, dass das mit den Gesellschaftern vorher abgestimmt wird“, sagte er den PNN. Am heutigen Montag soll es eine länger geplante Gesellschafterversammlung der Flughafengesellschaft geben, auf der Brandenburg das Berliner Vorgehen zur Sprache bringen will. Regulär auf der Tagesordnung steht die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Am Sonntag war immer noch unklar, wen Berlin in das Kontrollgremium schickt.

Dieses Jahr mit dem Bau fertig werden, um 2018 zu eröffnen

Einig sind sich Brandenburg und Berlin aber darin, den Druck auf Mühlenfeld zu erhöhen, um Klarheit über den BER-Start zu schaffen. „Wir müssen in diesem Jahr mit dem Bau fertig werden, mit der technischen Fertigstellung, um den Flughafen 2018 eröffnen zu können“, so Woidke. „Wir planen ja keine Mondlandung.“ Die Geschäftsführung müsse Aufsichtsrat und Gesellschaftern ein „schlüssiges Gesamtkonzept“ vorlegen und auch Druck auf die Firmen ausüben.

Die Regierungen Brandenburgs und Berlins geraten wegen der fünften Verschiebung der BER-Eröffnung unter Druck der Opposition. So wurde Woidke am Montag zu einer Sitzung des BER-Sonderausschusses des Parlaments zitiert. Begründet wurde die Absage für 2017 mit nicht funktionierenden Automatiktüren und der teilweise zu gering dimensionierten Sprinkleranlage. Den von Müller geleiteten Aufsichtsrat haben diese Probleme nicht überrascht. Sie waren bereits Thema der Sitzung am 2. Dezember 2016. „Die Türen stellen in Bezug auf die TIBN (Technische Inbetriebnahme) aktuell das kritischste Gewerk dar, da Bauleistungen nicht rechtzeitig fertiggestellt wurden“, hieß es in den Aufsichtsratsunterlagen. Die durch die Firma Bosch bereitgestellten Kapazitäten würden „bisher nicht für die Kompensation ausreichen“. „Das Risiko war bekannt“, sagte Mühlenfeld am Sonntag. Erst über Weihnachten und Anfang Januar habe es sich materialisiert. Die Firma habe zugesagtes Personal nicht geschickt. Zum Ausmaß der Verzögerungen hielt er sich bedeckt und verwies auf die kommende Aufsichtsratssitzung.

Neuer Eröffnungstermin nicht vor Sommer 2017 

Doch nach PNN-Recherchen werden die Bauarbeiten im Terminal nicht vor Sommer 2017 beendet werden können. Erst nach der baulichen Fertigstellung des Terminals will Mühlenfeld nach bisherigen Aussagen einen verbindlichen Eröffnungstermin nennen.

 

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Dem Berliner Desaster-Flughafen fehlt professionelles Management - egal, ob bei Türen oder bei Kommunikation. Inzwischen bleibt einem jeder BER-Witz im Hals stecken. Ein Kommentar in fünf Punkten.

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