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  • 11.01.2017
  • von Fatina Keilani

Belohnung für Freiwillige: Ehrenamtskarte jetzt mit Brandenburg gemeinsam

von Fatina Keilani

Friedhelm Schatz (Geschäftsführer Filmpark Babelsberg, l-r), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Tobias Hoffmann (Direktor Bröhan Museum) stellen am 11.01.2017 in Berlin die gemeinsame Ehrenamtskarte vor. Foto: dpa

Als Friedhelm Schatz noch klein war, brannte in seinem Dorf nahe Lüneburg einmal lichterloh die Scheune. Die freiwillige Feuerwehr kam schnell und verhinderte das Schlimmste. Der kleine Friedhelm schaute zu und fragte seinen Opa, ob die Männer denn dafür richtig viel Geld bekämen, und der Opa sagte: „Nee. Die machen das umsonst.“

Das beeindruckte den Jungen zutiefst. Heute ist Friedhelm Schatz Geschäftsführer des Filmparks Babelsberg und einer der großzügigsten Teilnehmer am Projekt „Ehrenamtskarte“. Inhaber der Karte bekommen im Filmpark und in der Westernstadt Templin den Eintritt zum halben Preis. Das mit der Feuerwehr war nicht das einzige beeindruckende Erlebnis, das Schatz mit Ehrenamtlern hatte. „Was ich erlebt habe, macht es mir ganz leicht, hier mitzumachen“, sagte Schatz.

Erzählt hat er die Episoden am Mittwoch, als die Regierungschefs von Brandenburg und Berlin, Dietmar Woidke und Michael Müller (beide SPD), in der Landesvertretung von Brandenburg die neue gemeinsame Ehrenamtskarte vorstellten. Wer sich für das Gemeinwohl engagiert, kann damit in Berlin bei 39 und in Brandenburg sogar bei 105 Partnern Vergünstigungen bekommen. Voraussetzung ist, dass er sich seit mindestens einem Jahr als Freiwilliger engagiert, und zwar mit mindestens einem Aufwand von 200 Stunden jährlich. Außerdem muss das Ehrenamt in Berlin oder Brandenburg ausgeübt werden und die Absicht bestehen, es fortzuführen. Die Karten werden dann von der jeweiligen Trägerorganisation ausgegeben.

In Berlin und Brandenburg haben rund 2,27 Millionen ein Ehrenamt

„Ohne die knapp 40 Prozent unserer Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren, wäre das Leben nicht so, wie wir es kennen“, sagte Woidke, und auch Müller würdigte die Hilfsbereitschaft der Berliner, von denen sich allerdings prozentual weniger engagieren als in Brandenburg – 37 Prozent. Rechnet man die Prozentwerte zusammen, so kommt man in beiden Ländern auf gut 2,27 Millionen Ehrenamtler.

Die neuen Karten sind jeweils drei Jahre gültig. Berlin gibt pro Jahr höchstens 4500 Karten aus. Derzeit sind 7500 im Umlauf, in Brandenburg 1600. Selbst wenn nicht alle mehr als 200 Stunden jährlich investieren, scheint die Karte ein eher knappes Gut zu sein. So ähnlich hat es auch Woidke formuliert: „Wir wollen, dass Menschen, die sich engagieren, herausgehoben werden.“

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