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  • 11.01.2017
  • von Cay Dobberke

Berlin-Tiergarten: Neues Hochhaus an der Budapester Straße

von Cay Dobberke

So stellt sich das Architektenbüro Grüntuch Ernst das 15-stöckige Bürohaus vor. Im Vordergrund sieht man den Olof-Palme-Platz. Simulation: Barings/HHVision

32 Jahre nach der Eröffnung wird das ehemalige Gebäude der Berliner Volksbank neben dem Zoo-Aquarium bald abgerissen. Ein Investor plant einen 15-stöckigen Neubau.

Den „östlichen Eingang zur City West“ soll ein 60 Meter hohes neues Bürogebäude mit 15 Etagen an der Stelle der früheren Zentrale der Berliner Volksbank an der Budapester Straße / Ecke Kurfürstenstraße markieren. Ab Februar will der Projektentwickler Barings Deutschland das Innere des Bankgebäudes entkernen, das seit Oktober leer steht. Der komplette Abriss soll im Spätsommer folgen und die Fertigstellung des Neubaus im dritten Quartal 2019. Die unteren zwei Etagen sind für „hochwertigen Einzelhandel“ und ein Café gedacht.

Das markante Bestandsgebäude neben dem Zoo-Aquarium mit der halbrunden, rotbraunen Fassade und neun Etagen war erst 1985 für die Grundkreditbank entstanden, die später in der Berliner Volksbank aufging. Für moderne Büros verschiedener Mieter seien die alten Räume „zu speziell“ gestaltet, sagt der Barings-Niederlassungsleiter für die Region Ost, Nick Puschkasch. So gelange kaum Tageslicht in die Rotunde im Parterre. Im Übrigen „war es die Entscheidung der Volksbank, auszuziehen“, betont Puschkasch.

Das Geldinstitut hatte die Immobilie Ende 2014 an ein Konsortium aus drei Unternehmen verkauft. Im August 2016 erwarb Barings das Haus für einen „institutionellen Investor aus den USA“. Wie es heißt, werden „deutlich über 100 Millionen Euro“ investiert.

Das Bezirksamt Mitte hat das Projekt soeben genehmigt. Entwürfe des Architektenbüros Grüntuch Ernst sehen einen achteckigen, 60 Meter hohen Neubau mit „kristalliner Fassadenstruktur“ vor. In Richtung Zoo werde sich das Hochhaus „sehr präsent in seiner ganzen Breite“ zeigen, sagt Architekt Armand Grüntuch, „aus der Nürnberger Straße dagegen nimmt man zuerst die schmale Seitenansicht wahr“.

Laut Puschkasch wird mit 60 Metern die zulässige Bauhöhe ausgeschöpft. So wolle sein Unternehmen dazu beitragen, den „dringenden Bedarf an modernen Büroräumen“ in der westlichen Innenstadt zu decken. Welche Mieter einziehen, steht allerdings noch nicht fest.

Volksbank zieht nach Wilmersdorf

Die Berliner Volksbank hatte an der Budapester Straße auch ihr Kunstforum mit fast 1500 Werken aus der Zeit nach 1950 angesiedelt, derzeit ist die Sammlung heimatlos. Ihre künftige Zentrale will die Volksbank im Jahr 2019 an der Bundesallee / Ecke Nachodstraße in Wilmersdorf eröffnen und dafür ein Gebäude im laufenden Bauprojekt „Quartier Bundesallee“ kaufen. Dafür wurde schon ein Bürogebäude aus den 1970er Jahren abgerissen, das früher der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte und einem Jobcenter diente. Mit einem „zeitgemäßen Flächennutzungskonzept“ werde eine „Effizienzsteigerung“ erreicht, kündigt die Bank an. Die ehemalige Zentrale war aus ihrer Sicht zu klein.


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