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Braunkohle

  • 21.11.2016
  • von Klaus Peters
Update

Braunkohle in Brandenburg: Potsdamer Klimaforscher Schellnhuber fordert Kohle-Ausstieg bis 2030

von Klaus Peters

"Vor allem muss das vorsintflutliche Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde schnell abgestellt werden", forderte der Potsdamer Klimaforscher Schellnhuber. Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Brandenburger Landesregierung sperrt sich gegen einen Ausstieg aus der Braunkohle und verweist auf den drohenden Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen. Doch mit der Kohle sei Klimaschutz nicht mehr zu machen, betonen Wissenschaftler.

Potsdam - Potsdamer Klimaforscher machen Druck auf die Brandenburger Landesregierung, den Ausstieg aus der Braunkohle in der Lausitz zu beschleunigen. Bis 2030 müsse dort die Kohleverstromung beendet werden, betonte der Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, am Montag in Potsdam. "Nur mit einem vollkommenen Ausstieg aus der Kohle ist das Ziel von maximal 2 Grad Erderwärmung bis Ende dieses Jahrhunderts zu erreichen", sagte Schellnuber. Dagegen versuche die Brandenburger Landesregierung, den Status Quo mit Verweis auf drohenden Verlust von Arbeitsplätzen möglichst lang aufrecht zu erhalten.

"Doch der Ausstieg aus der Braunkohle muss so zügig und entschlossen geschehen wie der Atomausstieg", forderte der Klimaforscher. Anders sei das ehrgeizige Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht erreichbar. "Wir müssen dann vier bis sechs Grad Erderwärmung in Kauf nehmen", sagte Schellnhuber.

Schellnhuber: Die Landesregierung setze auf "Steinzeit-Technologie"

"Vor allem muss das vorsintflutliche Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde schnell abgestellt werden", forderte der Klimaforscher. Die Landesregierung setze bei der Braunkohleverstromung auf "Steinzeit-Technologie". Der Kohle-Ausstieg könne aber durch die Entwicklung hocheffizienter Gas-Kraftwerke gelingen. Auch die Umstellung auf neue Arbeitsplätze sei machbar, wenn dies rechtzeitig angegangen werde, meinte der Wissenschaftler.

Ebenso argumentierte der Direktor des Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies, Mark Lawrence. Der Wissenschaftler lobte, dass Brandenburg Vorreiter bei der Windkraft in Deutschland sei. Dies gelte es auszubauen. "Wenn man die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzen will, muss Deutschland bis spätetestens 2050 komplett aus der Kohleverstromung aussteigen", betonte Lawrence.


 

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