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Themenschwerpunkt:

Rechtsextremismus

  • 18.11.2016
  • von Georg-Stefan Russew

NSU-Untersuchungsausschuss in Brandenburg: "Dass der Verfassungsschutz Piatto akzeptiert hat, ist ein Skandal"

von Georg-Stefan Russew

Der V-Mann "Piatto" im Dezember 2014 auf dem Weg zum NSU-Prozess im Oberlandesgericht München. Foto: M. Müller (dpa/Archiv)

Welche Verbindungen gibt es zwischen dem ehemaligen V-Mann "Piatto" und den NSU-Mordtaten? Dass diese Frage aufgeklärt wird, forderte der Politikwissenschaftler Hans-Joachim Funke im NSU-Untersuchungsausschuss Brandenburg.

Potsdam - Der Berliner Politikwissenschaftler Hans-Joachim Funke hat eine schonungslose und umfassende Aufklärung der Vorgänge um den V-Mann "Piatto" und seine Verbindungen zu den Mordtaten des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) gefordert. "Dass der Brandenburger Verfassungsschutz ihn akzeptiert hat, ist ein Skandal", erklärte der 72-Jährige am Freitag im märkischen NSU-Untersuchungsausschuss in Potsdam. "Piatto" galt lange Zeit als wichtigster Informant des Brandenburger Verfassungsschutzes in der rechtsextremen Szene.

Funke: "Der Verfassungsschutz ist Teil des Problems"

"Piatto" gilt als rechter Schwerverbrecher. "Er hat bis kurz vor seiner Enttarnung als V-Mann im Jahr 2000 Leute angestachelt, Sprengstoff-Attentate zu begehen", hob Funke hervor. "Da ist der Verfassungsschutz selber ein Teil des Problems und ist mitverantwortlich für eine Radikalisierung von Gewaltverbrechern", so der Wissenschaftler weiter.

Der NSU-Ausschuss befasst sich mit der Frage, ob es bei märkischen Sicherheitsbehörden Versäumnisse bei der Aufklärung des "Nationalsozialistischen Untergrunds" gab. (dpa)

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