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  • 17.10.2016

Bad Saarow: Verlängerte Werkbank oder Labor?

Bad Saarow als Davos: Die Zukunft des Ostens

Bad Saarow - Mit einem zweitägigen Kongress in Bad Saarow (Oder-Spree) wollen Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Politik Ende der Woche die Chancen der ostdeutschen Wirtschaft ausloten. Zum Auftakt wird am Donnerstag eine Rede von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet, danach stellt das Ifo Institut eine Analyse der Ost-Wirtschaft für die kommenden 25 Jahre vor.

Im Kern geht es um die Frage, ob den neuen Ländern die Aufholjagd zum Westen jemals gelingen wird – oder ob Ostdeutschland auf Dauer eine verlängerte Werkbank sein wird, erklärten die Veranstalter. Ähnlich wie beim Weltwirtschaftsforum in Davos sollen auf dem Kongress neben Grundsatzfragen auch konkrete Lösungen diskutiert werden.

Die Wirtschaftskraft hat sich in den vergangenen Jahren je nach Bundesland extrem unterschiedlich entwickelt. Deutschland insgesamt legte von 2000 bis 2015 um 7,9 Prozent zu, Thüringen und Sachsen lagen mit 8,0 und 8,5 Prozent sogar darüber. Sachsen-Anhalt ist mit 0,3 Prozent Wachstum bundesweites Schlusslicht, auch Mecklenburg-Vorpommern landete unter dem Schnitt. Brandenburg hat sich dagegen zum Musterschüler des Wachstums im Osten entwickelt, das Land zählt zu den dynamischsten Regionen in der Bundesrepublik. Brandenburgs Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich stärker gewachsen als der bundesweite Durchschnitt – und landete deutlich vor Baden-Württemberg oder Sachsen auf Platz drei. Bereits 2015 gehörte Brandenburg mit 2,7 Prozent Wirtschaftswachstum zu den vier stärksten Bundesländern, hinter Berlin mit 3 Prozent, Baden-Württemberg mit 3,1 und gleichauf mit Bremen. Allerdings wächst die Wirtschaft in Brandenburg von einem im Bundesvergleich niedrigen Niveau aus. Brandenburgs Wirtschaftskraft lag 2015 im unteren Drittel und hinter Sachsen. Schlechter als Brandenburg waren im vergangenen Jahr nur Bremen, das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bei der Wirtschaftskraft je Erwerbstätigem ist Brandenburg aber inzwischen die Nummer eins unter den neuen Bundesländern und hält Anschluss an den Westen.

Nach Angaben der Bundesregierung lag die Wirtschaftskraft je Einwohner im Osten 2015 noch immer 27,5 Prozent unter dem Niveau in den alten Ländern. Für Aufsehen sorgte zuletzt die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD). Zunehmende Fremdenfeindlichkeit gefährde den wirtschaftlichen Aufholprozess, hatte sie erklärt. Organisiert wurde das erste ostdeutsche Wirtschaftsforum von dem vor allem im Osten verbreiteten Magazin „Wirtschaft+Markt“, das sich nach eigenen Angaben immer stärker als Schaltstelle zwischen Unternehmen und Politik sieht. dpa/axf

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