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  • 05.10.2016
  • von Rochus Görgen

NSU-Untersuchungsausschuss Brandenburg: Akten zur NSU-Terrorserie vernichtet

von Rochus Görgen

Der V-Mann "Piatto" im Dezember 2014 auf dem Weg zum NSU-Prozess im Oberlandesgericht München. Foto: M. Müller (dpa/Archiv)

Mehrere Staatsanwaltschafts-Akten zum NSU wurden von der Brandenburger Justiz gelöscht. Darin sollen auch Hinweise des V-Manns "Piatto" zur Terrorserie gestanden haben.

Potsdam - Die Brandenburger Justiz hat nach Informationen der "Bild"-Zeitung und der "B.Z." (Mittwoch) Akten in Zusammenhang mit der NSU-Terrorserie gelöscht. Darin seien Hinweise des V-Manns "Piatto" zu finden gewesen. Ein Bundestag-Untersuchungsausschuss habe die Unterlagen mit Ende der Wahlperiode an Brandenburg zurückgeschickt. Dort seien die Akten wegen der gesetzlichen Löschfrist vernichtet worden.

Eine Sprecherin des Justizministeriums bestätigte, dass Akten der Staatsanwaltschaften vernichtet wurden. Es sei 2015 nicht absehbar gewesen, dass sich nach zwei Bundestags-Untersuchungsausschüssen jetzt noch einmal ein Ausschuss des Landtags damit befasse. Das Gremium in Potsdam könne aber Kopien aus Berlin anfordern. Mitglieder des rechtsextremen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) hatten den Ermittlungen zufolge in den Jahren 2000 bis 2007 zehn Menschen getötet. (dpa)

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