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Bundestagswahl 2017

  • 13.09.2016
  • von Henri Kramer

Bundestagswahl 2017: Wer wird Direktkandidat im Potsdamer Wahlkreis?

von Henri Kramer

Wer tritt die Nachfolge der langjährigen Bundestagsabgeordneten Katherina Reiche (CDU) und Andrea Wicklein (SPD) an? Foto: dpa

CDU und SPD entscheiden in dieser Woche, wer für sie bei der Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat in Potsdam antritt. Ein Überblick über die möglichen Kandidaten.

Potsdam - Vorhergesagt werden spannende Abstimmungen: Die Mitglieder von CDU und SPD bestimmen in dieser Woche, wer bei der Bundestagswahl als Direktkandidat im Potsdamer Wahlkreis 61 antritt – und wer damit zugleich Nachfolger der langjährigen Bundestagsabgeordneten Katherina Reiche (CDU) und Andrea Wicklein (SPD) werden könnte. Reiche war vergangenes Jahr zu einem Lobby-Verband gewechselt, Wicklein tritt aus persönlichen Gründen nicht mehr an.

CDU: Gregor Ryssel gegen Saskia Ludwig

Die CDU entscheidet am heutigen Dienstagabend ab 19 Uhr im Kongresshotel am Templiner See bei einer Gesamtmitgliederversammlung über ihren Kandidaten. Der Potsdamer CDU-Kreisverband schickt dabei seinen außerhalb der Partei kaum bekannten Vize-Chef Gregor Ryssel ins Rennen. Er tritt gegen die mittelmärkische Unionskreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig an. Der 48-Jährige wird von seinem Kreisverband als Gegenentwurf zu Ludwig beworben, die zum rechtskonservativen Flügel der Union gehört. Vor vier Jahren hatte Ludwig gegen Reiche verloren, die damals auch Chefin des Potsdamer CDU-Kreisverbands war. Eine Frage ist nun, ob es auch dem jetzt seit einem Jahr amtierenden CDU-Kreischef und Landesgeneralsekretär Steeven Bretz gelingen wird, eine Mehrheit für seinen Favoriten Ryssel zu organisieren – dem er durchaus zutraut, bürgerliche Wählerschichten für die CDU zu gewinnen. Bretz kann sich dabei der Unterstützung der Landesparteispitze gewiss sein, die mit Ludwigs AfD-nahem Anti-Merkel-Kurs schon lange hadert. Für die 48-jährige Ludwig steht ohnehin viel auf dem Spiel: Verliert sie, wäre es in der märkischen CDU das politische Aus für sie. Selbst langjährige CDU-Mitglieder wollten sich am Montag nicht festlegen, wer das Duell gewinnt.

Wer kommt nach Andrea Wicklein?

Nicht so fundamental sind die politischen Unterschiede bei der SPD, wo es am Freitagabend um die Nachfolge von Wicklein geht. Bei der Versammlung können sich die 134 Delegierten aus 16 Ortsvereinen aus Potsdam und Teilen von Potsdam-Mittelmark sowie Teltow-Fläming zwischen vier Kandidaten entscheiden: Aus Potsdam treten Manja Schüle, Harald Geywitz und Andreas Schlüter an, aus Stahnsdorf Dietmar Otto, Fraktionsvorsitzender der SPD in Potsdam-Mittelmark. Wie es gegenüber den PNN übereinstimmend aus SPD-Kreisen hieß, werden zwei Wahlgänge erwartet – denn bei der ersten Abstimmung müsste ein Kandidat sofort die absolute Mehrheit der Delegierten hinter sich vereinen. Angesichts von gleich vier Kandidaten gelte das aber als kaum wahrscheinlich.

Als Favoritin zumindest in Potsdam gilt demnach Schüle, geboren 1976 und langjährige Büroleiterin von Landesbildungsminister Günter Baaske. Ihren beiden Mitbewerbern aus der Landeshauptstadt – Schlüter führt den SPD-Verband Potsdam-West, Geywitz ist ehemaliger Landeschef der Jusos – werden dagegen Außenseiterchancen eingeräumt. Das hätten auch unverbindliche Vorabstimmungen ergeben, hieß es aus der SPD. Wie bei der CDU hatten sich die Kandidaten in Ortsverbänden ihrer Partei vorgestellt und um Stimmen geworben.

Potsdamer Wahlkreis 61: Wichtige Weichenstellungen

So geht man bei den Sozialdemokraten für den zweiten Wahlgang von einem Duell zwischen Schüle und Otto aus. Dabei sind rein statistisch gesehen die Potsdamer im Vorteil: Sie stellen 76 Delegierte, aus den Umlandgemeinden kommen 58. Es hänge für Dietmar Otto also davon ab, ob der 55-jährige Jurist und Referatsleiter in der brandenburgischen Staatskanzlei tatsächlich ganz Potsdam-Mittelmark hinter sich versammeln kann und zudem Stimmen aus Potsdam bekommt, hieß es gegenüber den PNN weiter. Zumindest örtlich gesehen genießt der Vorsitzende der Gemeindevertretung Stahnsdorf am Freitag fast Heimvorteil: Die Delegiertenversammlung findet ab 18 Uhr im Stubenrauch-Saal am Marktplatz von Teltow statt.

Bei den Abstimmungen geht es um wichtige Weichenstellungen: Den Potsdamer Wahlkreis 61 hatte seit 2002 stets Andrea Wicklein gewonnen – bis 2013. Damals konnte Dauerkonkurrentin Reiche erstmals mehr als 30 Prozent holen und mit nur 0,4 Prozentpunkten Vorsprung vor Wicklein das Direktmandat erringen. Es folgte mit 20 Prozent auf dem dritten Platz Norbert Müller von den Linken. Er wurde von seiner Partei zuletzt bereits erneut aufgestellt.

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