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  • 02.07.2016

Altdöberner See frei von Eisenschlamm Rot-Rot gab grünes Licht. Nun Verzicht auf Pläne

Altdöbern - Anders als zunächst angedacht wird der Altdöberner See in Südbrandenburg doch nicht als Lagerstätte für Eisenschlamm genutzt. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) teilte am Freitag in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mit, dass diese Entscheidung auf Grundlage eines Zwischenberichts externer Gutachter getroffen worden sei. Eine Bürgerinitiative hatte gegen die Einspülung gekämpft – aus Sorge vor den ökologischen Folgen für den See und aus Furcht vor ausbleibenden Touristen. Auch CDU und Grüne hatten im Landtag mit entsprechenden Anträgen gefordert, auf die Einleitung des Eisenschlamms in den See zu verzichten und den Schlamm ausschließlich auf Deponien zu lagern. Das hatte die Regierungskoalition aus SPD und Linke mit Verweis auf die nötigen Flächen und die Kosten abgelehnt.

In Lausitzer Gewässern gibt es vielerorts Eisenockerschlamm, was auch eine Folge von früheren Tagebauen ist. Nach der Stilllegung einer Braunkohle-Grube kehrt Grundwasser zurück und mischt sich mit Eisen-Bodenbestandteilen. Das Ganze gelangt in Flüsse und verfärbt sie braun. Daher kommt auch der Begriff braune Spree.

Die LMBV sucht nach Lagermöglichkeiten für den anfallenden Schlamm. Eine Option ist es, ihn in Seen einzuspülen. Dort sinkt er dann zu Boden. Diese Praxis wendet der staatliche Bergbausanierer zum Beispiel im Spreetaler Bereich in Sachsen und im Sedlitzer See bei Senftenberg bereits an. Beim Altdöberner See handelt es sich selbst um einen ehemaligen Tagebau. Gegen die Einspülung von Eisenhydroxidschlamm sprach nach LMBV-Angaben, dass der See für Touristen unattraktiver werden könnte. Zudem seien technische Anlagen nötig, die Verkehrsbeeinträchtigungen rund um den See nach sich gezogen hätten.

Zugleich habe der Zwischenbericht der Gutachter aber bescheinigt, dass das Gewässer grundsätzlich technisch geeignet sei für die Zuleitung von Eisenockerschlamm. Der Bergbausanierer will jetzt nach anderen möglichen Standorten suchen. Eine Bürgerinitiative hatte sich gegen die früheren Pläne für den See gewehrt und auf mögliche ökologische Probleme und negative Folgen für den Tourismus verwiesen.

Als eine weitere Option für die Lagerung von Eisenschlamm ist bei der LMBV eine eigene Deponie im Gespräch. Es gibt darüber hinaus weitere Techniken. Eisenocker wird zum Beispiel in Seen gleich so behandelt, dass das Ganze zu Boden sinkt und dort bleibt. Zudem gibt es in Sachsen eine Firma, die aus dem Schlamm Eisen-Granulat und Eisen-Pulver herstellt. Die Produkte werden zum Beispiel in Biogasanlagen eingesetzt. CDU und Grüne im Landtag forderten von der Landesregierung ein Konzert zur Deponierung von Eisenschlamm. dpa, axf

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