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  • 12.05.2016
  • von Yvonne Jennerjahn

Leben wie Honeckers in Wandlitz

von Yvonne Jennerjahn

Neue Ausstellung über SED-Waldsiedlung

Wandlitz/Potsdam - Ulbricht, Honecker, Mielke – die Namen der DDR-Politiker sind eng mit einer Adresse in Brandenburg verbunden: Über die Waldsiedlung Wandlitz informiert ab Mitte Mai eine neue Ausstellung des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) im Barnim Panorama in Wandlitz. Die Dokumentation liefere einen historisch-kritischen Überblick über die Geschichte der 1958 errichteten und bis 1990 genutzten Wohnsiedlung der SED-Spitzenfunktionäre, teilte das ZZF nun mit.

Die zu Bernau gehörende Waldsiedlung Wandlitz gelte nach wie vor in Ost und West als ein Symbol für den Politik- und Lebensstil der SED-Machtelite, für deren Privilegien und zunehmende Abschottung von der Lebensrealität der DDR-Bevölkerung, hieß es. Mit einer Vielzahl von Objekten, Fotos und Dokumenten würden in der Ausstellung die Ausstattung, das Sicherheitsregime und die von der DDR-Bevölkerung besonders argwöhnisch betrachtete Sonderversorgung in der Siedlung dokumentiert.

Dabei würden auch Einblicke in die alltägliche Lebenswelt der SED-Politbüromitglieder, ihrer Familien und des für sie zuständigen Wach- und Dienstpersonals geboten, hieß es. Im Mittelpunkt stehe dabei die Frage, welche Folgen die Ansiedlung der Funktionäre für die Gemeinde Wandlitz und die gesamte Region des Barnim hatte. Zudem würdigt die Ausstellung den Angaben zufolge mit der „Eroberung“ der Waldsiedlung durch die mutiger gewordenen DDR-Medien einen der wichtigen symbolischen Akte der friedlichen Revolution 1989.

Zusätzlich werde auf dem Areal der heutigen Brandenburg-Klinik, wo sich einst die Politbüro-Siedlung befand, ein Leitsystem mit Informationsstelen und Übersichtsplänen installiert, hieß es weiter. Damit könnten Interessierte unter anderem erfahren, wo sich die Wohnhäuser Erich Honeckers, Erich Mielkes und der anderen Funktionäre und das „Ladenkombinat“ befanden, in dem die SED-Elite sich mit Waren aus dem Westen versorgte. Weitere Stelen im Ort Wandlitz und in der Region weisen den Angaben zufolge unter anderem am einst von der Stasi genutzten Schloss Dammsmühle in Schönwalde und am ehemaligen SED-Erholungsheim Karl Litke in Wandlitz-Dorf auf solche Orte hin und erläutern ihre Geschichte.

Die Ausstellung „Waldsiedlung Wandlitz – Eine Landschaft der Macht“ wird am heutigen Donnerstag eröffnet und ist bis zum 9. November zu sehen. Das Kooperationsprojekt der Gemeinde Wandlitz und des ZZF wird vom brandenburgischen Kulturministerium und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Yvonne Jennerjahn

Die Ausstellung „Waldsiedlung Wandlitz – Eine Landschaft der Macht“ wird am heutigen Donnerstag um 14 Uhr eröffnet und ist bis 9. November täglich außer freitags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

www.barnim-panorama.de

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