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Themenschwerpunkt:

Rechtsextremismus

  • 05.01.2016
  • von Ulrike Kirsten und Alexander Fröhlich

Prozess vor dem Amtsgericht Neuruppin: Körperverletzung: Neuruppiner NPD-Chef Dave Trick verurteilt

von Ulrike Kirsten und Alexander Fröhlich

Attacke auf Wahlhelfer der Linken: Dave Trick (NPD-Chef Neuruppin und Stadtverordneter) wurde wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Foto: Presservice Rathenow

Dave Trick ist Chef des NPD-Ortsverbandes Neuruppin und dort auch Stadtverordneter. Nun ist er vor dem dortigen Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Neuruppin/Potsdam - Er ist einer der Köpfe der „Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland“, Anmelder diverser Neonazi-Aufmärsche in Brandenburg, Chef des NPD-Ortsverbandes Neuruppin und Stadtverordneter. Am Dienstag ist Trick vor dem Amtsgericht Neuruppin wegen gemeinschaftlich begangener, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und zwei Wochen verurteilt worden. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss er eine Geldbuße von 500 Euro an den Opferhilfeverein Weißer Ring zahlen. Sein Verteidiger Georg Unnebrink kündigte bereits an, Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen zu wollen.

Der Fall reicht zurück in den Kommunalwahlkampf 2014. Der NPD-Funktionär Trick hatte am 19. Mai 2014 einen Wahlhelfer der Linken gewaltsam attackiert. Das damals 21 Jahre alte Opfer war in Neuruppin gerade dabei, Wahlwerbung der Linken an Haushalte zu verteilen, dann ist er nach eigener Darstellung von den beiden 26 und 27 Jahre alten Neonazis, darunter Trick, ohne Vorwarnung vom Fahrrad gerissen, mit Schlägen niedergestreckt und am Boden liegend weiter getreten und geschlagen worden.

Neonazis haben selbst die Polizei verständigt

Trick selbst war angeblich damit beschäftigt, abgerissene Wahlplakate der NPD wieder aufzuhängen. Zuvor hatten die von Trick geführten Freien Kräfte im Internet dazu aufgerufen, vom Jedermanns-Recht Gebrauch zu machen, also Personen nach einer Straftat bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten, falls NPD- Plakate abgerissen werden. Das Jedermanns-Recht gilt jedoch laut Polizei nicht für das Durchtrennen von Kabelbindern, mit denen Wahlplakate befestigt sind.

Die Neonazis hatten damals selbst die Polizei verständigt und den Linken angezeigt – wegen Beleidigung und weil sie von ihm bespuckt worden seien. Bei Neonazis ist dieses Vorgehen, Opfer gewaltsamer Attacken selbst anzuzeigen, beliebt. Die Staatsanwaltschaft sah aber nur gegen die Neonazis einen hinreichenden Tatverdacht und erhob Anklage.

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