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Themenschwerpunkt:

Rechtsextremismus

  • 21.09.2015
  • von Alexander Fröhlich

Angriff in Großräschen: Rechte Attacke auf Flüchtlingsfamilie

von Alexander Fröhlich

Eine syrische Familie in Großräschen wurde angegriffen. Foto: dpa

In Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) wurde eine syrische Familie attackiert. Am Tatort wurden Aufkleber der rechsextremen "Identitäten Bewegung" gefunden. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus, nun ermittelt der Staatsschutz.

In Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) ist Sonntagnacht die Wohnung einer syrischen Familie attackiert worden. Alles spricht für einen Angriff von Rechtsextremisten. Nach Angaben der Polizeidirektion Süd warfen die bislang unbekannten Täter Steine auf die Erdgeschosswohnung. Dabei wurden der Rollladen und die Außenschreibe des doppelt verglasten Balkonfensters beschädigt. Die syrische Familie wurde bei dem Angriff nicht verletzt.

Die Polizei fand danach bei der Spurensicherung Aufkleber am Balkon der Wohnung, offenbar hinterlassen von den Angreifern. Auf den Aufklebern stand die Aufschrift: „Islamisierung? Nicht mit uns! Identitäre-bewegung.de“ Die Polizei geht daher von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Virtuelle Erscheinung des Rechtsextremismus

Die Identitäre Bewegung wird von Behörden und Experten als klar rechtsextremistisch eingestuft. Der Verfassungsschutz ordnet sie der neonazistischen Szene zu. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen bezeichnete die Bewegung 2013 als virtuelle Erscheinungsform des Rechtsextremismus mit „bislang wenig Realweltbezug“.

Parallel führen Neonazis in Oberspreewald-Lausitz die Volkstod-Kampagne der 2012 verbotenen Widerstandsbewegung Südbrandenburg fort. Wie berichtet ermittelt die Polizei seit längerem, ob ein Verstoß gegen das Vereinsgesetz und das Wiederbetätigungsverbot vorliegt. In der Nacht zu Montag errichteten Unbekannte in Ruhland auf einem Schulhof mit Erde aus Blumenkübeln zwei symbolische Gräber. Auf den Erdhügeln stellte sie neben Grabkerzen jeweils ein Holzkreuz mit der Aufschrift „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“ auf. Auf dem Gehweg hinterließen sie einen sechs Meter langen Schriftzug: „Asyl heisst Masseneinwanderung, Stopp den Austausch Deines Volkes.“

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